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Baden-Württemberg will Hauptschulabschluss auch an Realschulen ermöglichen

STUTTGART. Baden-Württembergische Schüler sollen künftig auch an Realschulen den Hauptschulabschluss machen können. Frühestens ab dem Schuljahr 2014/15 werde das möglich sein, sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Ziel es sei es, den Schülern eine breitere Auswahl an Abschlüssen zu gewähren und so die Zahl der Schüler ohne Abschluss weiter zu vermindern.

Es sei noch nicht entschieden, ob das neue Angebot neben der Mittleren Reife an den rund 400 Realschulen im Land auf eine Soll- oder eine Muss-Vorschrift hinauslaufe. Vermutlich werde die Regelung in die für die regionale Schulentwicklung erforderlichen Schulgesetzänderung integriert, erläuterte der Minister.

Die Arbeitsgemeinschaft der Realschulrektoren begrüßte die Pläne. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Karlo Hafner, betonte, der Schritt komme der immer unterschiedlicheren Schülerschaft an den Realschulen entgegen. Diese habe sich seit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung erheblich verändert: So habe sich der Anteil der Kinder mit Hauptschulempfehlung an den Realschulen verdoppelt.

Diesen Schülern sei bei schwachen Leistungen eine Prüfung in einer anderen Hauptschule (Schulfremdenprüfung) oder ein Wechsel auf die ohnehin aussterbenden Haupt- und Werkrealschulen nicht zuzumuten, erläuterte Hafner. Die neue Möglichkeit wird das Niveau an Realschulen nach seiner Einschätzung nicht absenken. Der Rektor der Realschule Blaustein bei Ulm resümierte: «Wir glauben, dass wir mit dem neuen Angebot aus der Ecke der vermeintlich Ewiggestrigen herauskommen und uns weiterentwickeln können.» dpa

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