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GEW zur Kita-Studie: „Qualität hat ihren Preis!“

FRANKFURT/MAIN. Eine Qualitätsoffensive für die Kitas hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf die aktuellen Daten der Krippen- und Kita-Studie der Bertelsmann-Stiftung angemahnt.

„Die Qualitätsunterschiede in den Krippen sind in Deutschland enorm. Nicht der Zufall oder die Haushaltslage eines Landes, einer Kommune dürfen darüber entscheiden, welche Qualität ein Krippenangebot hat. Wir brauchen endlich eine bundesweite Regelung, in der hohe Qualitätsstandards verankert sind“, sagte Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, in Frankfurt am Main. „Deshalb müssen bundesweit einheitliche Standards zur Erzieher-Kind-Relation, der Vor- und Nachbereitungszeit für die Beschäftigten sowie der Freistellung von Leitungskräften entwickelt werden.“ Das Kinder- und Jugendhilfegesetz solle stärker genutzt werden, um gleiche Chancen und Lebensverhältnisse in der gesamten Republik zu schaffen.

„Die Länder haben jahrelang an der Qualität der Kitas gespart. Die Folge: Heute haben wir – mit wenigen Ausnahmen – ein Qualitätsdilemma“, betonte Hocke. Er stellte fest, dass der Fachkräftemangel die Probleme verschärfe. Hocke schlug vor, in allen Bundesländern grundständige Studiengänge einzurichten, um die Bedarfslücken zu decken. Zeitgleich müssten ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher gezielt angesprochen werden, um sie zurück in den Beruf zu holen, Teilzeit- in Vollzeitstellen umgewandelt sowie die Einkommenssituation verbessert werden. „Erzieherin muss auch finanziell ein attraktiver Beruf werden, sonst entscheiden sich viele junge Menschen für andere Berufsfelder, in denen sie teils deutlich mehr Geld verdienen können. Wir brauchen gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte, um den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen im Kita-Bereich, etwa zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gerecht werden zu können“, unterstrich Hocke. Er machte deutlich, dass sich auch die Wirtschaft an dem Ausbau der Kitas beteiligen müsse.

Zum Bericht: „Ungleiche Chancen schon in der Kita – Studie: Personal fehlt“

 

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