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Matschie: Alle Länder sollen Ferientermine solidarisch wechseln

ERFURT. In allen Bundesländern rotieren die Sommerferientermine jährlich zwischen Ende Juni und Mitte September – mit Ausnahme Baden-Württembergs und Bayerns. Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) will das ändern.

Matschie plädiert für ein Ende der Sonderstellung von Bayern und Baden-Württemberg bei den Sommerferien-Terminen. Matschie sagte am Freitag dem Radiosender MDR Info, alle Bundesländer sollten bereit sein, bei den Terminen zu wechseln. Er kündigte einen Vorstoß zur Neuregelung für die Kultusministerkonferenz (KMK) im Herbst an. Die Ausnahmen für Bayern und Baden-Württemberg stammten aus Zeiten, als beide noch stark von der Landwirtschaft geprägt gewesen seien, argumentierte er. «Schulkinder sollten im Ernteeinsatz mithelfen können. Das hat sich deutlich geändert. Die Landwirtschaft spielt heute überhaupt nicht mehr die Rolle.»

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie

Sieht Bayern und Baden-Württemberg nicht mehr hinreichend von der Landwirtschaft geprägt um Ausnahmenbei der Sommerferienrotation zu rechtfertigen: Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie. Foto: Kultusministerium Thüringen

Während die anderen Länder mit den Sommerferien jährlich zwischen dem 20. Juni und 15. September rotieren müssen, beginnt die schulfreie Zeit in Bayern und Baden-Württemberg seit Jahren Ende Juli und geht bis in den September hinein. Ein Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Änderung der Ferienzeiten müsse einstimmig erfolgen. Die beiden Länder sollten sich deshalb solidarisch zeigen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Termine der Sommerferien für die einzelnen Ländern würden auf Jahre hinaus in der KMK festgelegt. Derzeit seien die Ferienzeiten bis 2017/18 ausgehandelt. (dpa)

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2 Kommentare

  1. Da irrt Herr Matschie bzw. sollte sich mal besser informieren. Es geht den Bayern schon lange nicht mehr um die Arbeit in der Landwirtschaft.
    Man hat sich an die langen Pfingstferien gewöhnt, die man nicht mehr hergeben möchte. Und wenn man lange Pfingstferien hat, muss es natürlich eine lange Arbeitsphase bis zu den (späten) Sommerferien geben. Lange Pfingstferien sind in Bayern ein Gewohnheitsrecht, auf das Schüler, Eltern, Gastronomie und Tourismus nicht verzichten möchten. Da wird sich Herr Matschie die Zähne dran ausbeißen – und die anderen Bundesländer können quengeln, bis sie schwarz werden.

  2. Mich würde mal interessieren, wie die das praktisch umsetzen wollen, denn bei so einem grundsätzlichen Wechsel der Ferienzeiten würde ja das eine Schuljahr kürzer sein als das andere. Oder?

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