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Ministerin Schulze: Genug Studienplätze in NRW auch für Doppelabi-Jahrgang

DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälischen Hochschulen stehen vor einem gewaltigen Ansturm. Der doppelte Abi-Jahrgang klopft an. Ministerin Schulze beruhigt: Nach einem Kraftakt werde es genügend Studienanfängerplätze geben. Die Opposition wirft ihr Schönfärberei vor.

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigt sich optimistisch, dass es genügend Studienplätze für den Doppeljahrgang gibt. (Foto: Euku/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigt sich optimistisch, dass es genügend Studienplätze für den Doppeljahrgang gibt. (Foto: Euku/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Für Studienanfänger stehen trotz des erwarteten Ansturms zum kommenden Wintersemester ausreichend Plätze an Nordrhein-Westfalens Hochschulen bereit. Das versicherte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) in Düsseldorf. Die Universitäten und Fachhochschulen seien auf den doppelten Abiturjahrgang mit rund 123.000 Studienanfängern solide vorbereitet. Sie hätten «geklotzt und nicht gekleckert».

Ein Monitoringbericht mit Angaben von Hochschulen und Studentenwerken zeige: Auch bei Personal, Raumkapazitäten und Wohnheimplätzen wurde deutlich aufgestockt. Es gebe aber noch Engpässe und einiges zu tun, sagte Schulze. Gut die Hälfte der Studiengänge sei mit einem Numerus clausus belegt. Die Opposition warf ihr «Schönfärberei» vor.

«Nicht jeder wird an seinem Wunschort studieren können», betonte die Ministerin. Wer nicht gerade mit einer Top-Note abgeschlossen habe, solle örtlich flexibel sein. In NRW hat gerade ein doppelter Jahrgang das Abitur abgelegt – zum Teil letztmalig nach neun, zum Teil erstmalig nach acht Jahren Gymnasialzeit. Dadurch werden rund 20 Prozent mehr junge Menschen an die Hochschulen strömen. Mitte September beginnt das Wintersemester 2013/14 an den Fachhochschulen, einen Monat später an den Universitäten.

Zu Befürchtungen über verschärfte NC-Bedingungen betonte die SPD-Politikerin, 44 Prozent der Studiengänge seien zulassungsfrei. Das entspreche etwa dem Niveau der vergangenen Jahre. Ein NC könne durchaus auch bei einer mäßigen Abi-Note liegen. Dass in manchen Fächern zehn Bewerber auf einen Platz kommen, liege auch an vielen Mehrfachbewerbungen. Manche hätten sich an zehn oder sogar 20 Standorten parallel beworben. Sie sei optimistisch, dass die große Nachfrage bewältigt werden könne – auch Dank der auf vier Milliarden Euro verdoppelten Mittel aus dem Hochschulpakt für 2011 bis 2015.

Die Hochschulexpertin der FDP-Fraktion, Angela Freimuth, befürchtet dagegen, dass eine «beachtliche Zahl» von Bewerbern leer ausgehen wird. Das gelte vor allem für die stark überzeichneten Fächer Medizin, Geisteswissenschaften oder Lehramtsfächer. Die Piratenfraktion im Düsseldorfer Landtag nannte Schulzes Aussage, jeder Studierwillige werde einen Platz bekommen, «immer unglaubwürdiger».

Dem Monitoringbericht zufolge stellten die NRW-Hochschulen bis Mai 2013 binnen eines Jahres über 4000 Personen zusätzlich für Lehre, Studienberatung oder Service ein, weitere sollen folgen. Mit kreativen Lösungen – umgebauten Kinosälen oder Baumärkten – wurde weiterer Raum geschaffen. Manche Unis und FHs verlängern ihre täglichen Vorlesungszeiten oder bieten mehr Online- und Videoangebote an. Die CDU-Fraktion kritisierte eine «faktenarme Schönfärberei.»

Besonders bei Werkstätten und Laboren räumte die Ministerin noch Engpässe ein, außerdem bei günstigen Wohnungen in stark gefragten Uni-Städten wie Köln, Düsseldorf, Aachen oder Münster. Rund 50.000 staatlich geförderte Wohnheimplätze stehen aktuell zur Verfügung, 2000 sollen hinzukommen. Kostenfaktor für ein Studi-Zimmer: Je nach Lage 129 bis 349 Euro im Monat. dpa

Zum Bericht: „Doppelter Abi-Jahrgang: In manchen Studienfächern zehnmal mehr Bewerber als Plätze“

 

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