Anzeige


Startseite ::: Wissen ::: Schweinfurter Privatschule schließt nach Abi-Desaster

Schweinfurter Privatschule schließt nach Abi-Desaster

SCHWEINFURT. Die Nachricht von der Klasse, die in Schweinfurt komplett durchs schriftliche Abi gerasselt war, ging quer durchs Land. Nun stellt die private Fachoberschule den Betrieb ein.

Nach dem Abidebakel zieht die private Fachoberschule in Schweinfurt die Konsequenzen und stellt ihren Betrieb ein. Das gab die Schulleitung am Freitag auf ihrer Internetseite bekannt und schickte dem Kultusministerium eine entsprechende E-Mail, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Eltern betroffener Schüler reagierten mit Genugtuung. Sämtliche 27 Abiturienten waren durch die schriftliche Prüfung gefallen. Zwei andere Privatschulen, die von derselben Schulleitung geführt werden, bleiben in Betrieb.

«Wir teilen Ihnen mit, dass der Schulbetrieb an der Ersten Privaten Fachoberschule Schweinfurt im Schuljahr 2013/14 zunächst eingestellt wird. Es gibt im kommenden Schuljahr an den Privaten Schulen Schwarz keine Klasse an der Fachoberschule», hieß es.

Für Sieglinde Hacker vom Elternbeirat der Privatschule ist das die logische Konsequenz aus allem, was passiert ist. «Wir als Eltern haben gehofft, dass die Schule dicht gemacht wird», sagte sie. Dass die Schulleitung das nun selbst entschieden habe, ändere für sie nichts: «Ich sehe es als Genugtuung, dass dort zumindest vorläufig keine Schüler mehr zur Schule gehen.»

Abitur

Die Eltern der Schüler der Fachoberschule in Schweinfurt sind zufrieden mit dem Ende der FOS. Foto: S. Hofschläger / pixelio.de

Der 18-jährige Sohn von Sieglinde Hacker muss nun noch einmal von vorne beginnen: Er hat sich nach der Abi-Pleite entschieden, ab kommendem Schuljahr die 11. Klasse der staatlichen FOS zu besuchen. Die Aufnahmeprüfung für die 12. Klasse, die bereits im Juli beginnt, wolle sie ihrem Sohn nicht antun, sagte Hacker. Ihr Sohn sei einer der Jüngsten der Abschlussklasse gewesen. Dennoch sei es ein Schock gewesen, als er sein Fachabitur nicht schaffte. «Die zwei Jahre gibt ihm niemand zurück», sagte die Mutter und Elternbeirätin.

Bei den mündlichen Abiturprüfungen Anfang Juli hatten zwei Schüler ihre schriftlichen Noten ausgleichen können und ihr Abitur doch noch geschafft. Die anderen können sich im Juli in sieben Fächern einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Wenn sie diese bestehen, dürfen sie die 12. Klasse an der staatlichen FOS noch einmal machen. Wer sich keiner Aufnahmeprüfung unterziehen will oder diese nicht besteht, hat die Möglichkeit, die 11. Klasse zu wiederholen.

Der Bildungsausschuss des Landtags hatte am Donnerstag erklärt, an der Abiturpleite sei die Schule schuld. Es seien keine verschärften Vorschriften für Privatschulen geplant. Der Landtagsabgeordnete Günther Felbinger (Freie Wähler) begrüßte die Schließung der privaten FOS: «Wenn solche eklatanten Dinge auftreten, die man mit gesundem Menschenverstand nicht erklären kann, dann muss da ein Fehler im System dieser Schule liegen, und dann ist es absolut richtig, dass die Schule schließt.» Kathrin Aldenhoff/dpa

Hier geht es zum Artikel Ministerium zu Abi-Pleite: Unmotivierte Schüler, schlechte Lehrer

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*