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Philologenverband wünscht Lehrern schöne Ferien – und Grün-Rot eine Phase der Besinnung

STUTTGART. Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) wünscht zum Ende des Schuljahres „allen Lehrerinnen und Lehrern erholsame Sommerferien, um für die Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern wieder frische Kraft zu tanken und auf das neue Schuljahr gut vorbereitet zu sein – und Kultusminister Stoch in den Sommerferien eine Phase der Besinnung, um so im Interesse aller Schüler, deren Eltern und aller Lehrkräfte so manche Vision und aufgetane Baustelle in Ruhe überdenken zu können.“

In der Mitteilung, die der Verband herausgegeben hat, heißt es weiter: „Der Philologenverband Baden-Württemberg wünscht sich daher für das neue Schuljahr nicht nur eine dauerhaft gute Unterrichtsversorgung, sondern auch einen Abbau der erneut stark angewachsenen Belastungen für Lehrkräfte insbesondere im gymnasialen Bereich. Mit 0,7 Lehrerwochenstunden je Zug für Maßnahmen der individuellen Förderung an den Gymnasien können die bei der Hausaufgabenbetreuung gestrichenen 1600 Stunden nicht annähernd ausgeglichen werden. Welche Tätigkeiten darüber hinaus durch Kürzung des Entlastungskontingents wegfallen werden, wird das neue Schuljahr zeigen.

Der Philologenverband Baden-Württemberg wünscht sich für das neue Schuljahr beim Kultusminister die Einsicht, dass das Gymnasium in seiner Qualität nicht beeinträchtigt werden darf. Das Gymnasium braucht einen eigenständigen Bildungsplan und bei der Lehrerbildung soll es für gymnasiale Lehrkräfte auch künftig bei einem akademischen Vollstudium zweier oder dreier Fächer an einer Universität, Musik- oder Kunsthochschule unter Beibehaltung des Staatsexamens bleiben.

Ebenso wie das Gymnasium in Klasse fünf beginnt, muss das Studium des Gymnasiallehrers mit dem ersten Semester beginnen. Ein bloßes Additum für die Sekundarstufe II nach einem Einheitsstudium entspräche einer Verkennung und Ignorierung des spezifisch gymnasialen Profils. Das Fachstudium soll wie bisher durch ein Praxissemester an der Schule begleitet werden, das den Studenten einen guten Einblick in die Anforderungen ihres künftigen Berufsfelds ermöglicht. Die Verkürzung des Referendariats von 24 auf 18 Monate hat sich nicht bewährt. Der PhV BW fordert daher die Rückkehr zum zweijährigen Referendariat.

Die Kündigung von Herrn Fratton, die Entlassung von Ministerialdirektorin Dr. Ruep, vor allem aber der Kommentar des Ministerpräsidenten hierzu, sollten den Kultusminister veranlassen, darüber nachzudenken, ob seiner Schulpolitik nicht ganz grundsätzliche Fehler anhaften. Wenn sich beim Ministerpräsidenten angesichts der im Kultusministerium seit zwei Jahren mit Verve verfolgten Schul- bzw. Unterrichtsphilosophie die Haare sträuben, so müsste dies doch den Kultusminister mehr als nachdenklich stimmen. Vielleicht könnten Ministerpräsident und Kultusminister die Sommerpause nutzen, um sich über die Sinnhaftigkeit so mancher Vorstellung von ‚innovativem‘ Unterricht intensiv auszutauschen. Oberstudienrat a.D. Kretschmann kann hier auf eigene Berufserfahrung zurückgreifen und gewiss wertvolle, selbst gewonnene Erkenntnisse einbringen. Vielleicht könnte dies den Kurs der offensichtlich haarsträubenden grün-roten Schulpolitik in Baden-Württemberg entscheidend korrigieren.“

Zum Bericht: Kretschmann rüffelt Stoch: “Unbefriedigende Steuerung”

 

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