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GEW: Inklusion droht in Schleswig-Holstein zu scheitern

KIEL. Wegen massiven Personalmangels droht nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der gemeinsame Unterricht aller Kinder mit und ohne Behinderung an Schleswig-Holsteins Schulen zu scheitern. «Es reicht nicht, ein Schild „Inklusion“ an die Schultür zu hängen», kritisierte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn in Kiel. Mindestens 1000 zusätzliche Lehrerstellen seien erforderlich, damit inklusiver Unterricht sinnvoll gestaltet werden könne. Dem Land fehle das Geld, deswegen müsse der Bund in Zukunft die Kosten für die Inklusion an Schulen mittragen.

Heidn warf den politisch Verantwortlichen im Norden «völlige Konzept- und Planlosigkeit» bei der Umsetzung der Inklusion vor. Um eine finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten für Inklusion überhaupt zu ermöglichen, fordert die GEW, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern aufzuheben. Bisher darf der Bund die Länder nur in wenigen Ausnahmefällen im Bereich der Bildung mitfinanzieren. dpa

Zum Bericht: „Psychologen: Schule kann Inklusion nicht allein stemmen“

 

16 Kommentare

  1. Nach und nach kommt heraus, was verständigen Menschen sowieso klar war:
    Wenn man „Inklusion“ auf eine nützliche Weise durchführen will, wird sie sehr teuer.

    • Geht bei der Inklusion überhaupt eine „nützliche Weise“? Können mehr Lehrer entscheidend helfen, außer in der Schaffung von Arbeitsplätzen und weiteren GEW-Mitgliedern?

      • @ stillmann
        Mittlerweile wird der Schulbuchmarkt von Inklusionsbüchern geradezu überschwemmt. Viele Verlage steigen natürlich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen sehr gerne in dieses Thema ein. In diesen Publikation wird die Inklusion oft genug sehr positiv dargestellt. Kritische Stimmen vermisse ich. Sie verkaufen sich wohl auch nicht so gut.

        In dieses Bild passt die Darstellung der IGS Contwig in Rheinland- Pfalz. Dort scheint es auch mit der Inklusion prima zu klappen.

        http://www.igs-contwig.de/index.php/impressum

        • Danke für Ihren Hinweis! Auch die Schulbuchindustrie und die sog. Helferindustrie profitieren nebst anderen von der Inklusion. Nur Schüler und Lehrer tun das nicht. Sie sind quasi die Melkkühe.

          • @ stillmann
            Haben Sie Gelegenheit gehabt, die Seite der IGS Contwig zu lesen?
            Da sieht es aber nicht so aus, als ob die Schüler und Lehrer nicht von der Inklusion profitieren. Ganz im Gegenteil! Meinen Sie, die Verantwortlichen an der IGS reden sich die Inklusion schön oder sie betreiben gar eine grandiose Irreführung? Damit ich nicht falsch verstanden werde, ich stehe dem Inklusionsgedanken sehr kritisch gegenüber. Was und wem soll ich also glauben?

  2. Interessant, als wenn nicht vor einer Ewigkeit klar war, dass für Inklusion die Finanzen stimmen müssen und das leider „das Pferd von hinten aufgezäumt“ wurde. Erst Finanzen, Ausbildung/ Fortbildung, Beförderung/ Ausstauttung und dann iwann evtl. eine erfolgreiche Umsetzung von Inklusion.

    • Was schon vor einer Ewigkeit klar war, war auch Politikern klar. Es glaube doch niemand, die seien blöder als wir. Darum nochmals: Inklusion wird nie funktionieren. Sie funktioniert auch in jenen Ländern nicht wirklich, die als leuchtene Vorbilder immer wieder zitiert werden.
      Die Politiker wissen nicht weniger, sondern mehr als wir. Eine gute Frage ist in diesem Zusammenhang: Warum haben sie dann die Inklusion überhaupt angeleiert?
      Es ist egal, ob ein totgeborenes Pferd von hinten oder vorn aufgezäumt wird. Dass es überhaupt aufgezäumt wird, ist der Fehler.

  3. @mehrnachdenken
    Ja, ich habe die Seite gelesen, sie aber einfach nicht ernst genommen.
    Wenn Sie fragen, was und wem Sie glauben sollen, dann kann ich nur sagen: Glauben Sie vor allem Ihrem gesunden Menschenverstand. Auch der kann sich irren, ist aber allemal seriöser als die vielen Meldungen und Werturteile, die weniger aufklären als Meinungsmache betreiben sollen.

    • @ stillmann

      So wie ich Sie verstanden habe, werden Sie bestimmt nicht erstaunt sein, wenn ich Ihnen schreibe, dass besagter Schulleiter der erwähnten IGS soeben ein Buch in einem nahmhaften Schulbuchverlag über das Inklusionskonzept herausgebracht hat. Ich wollte dafür nicht groß Werbung machen, muss das aber der Vollständigkeit halber nun doch erwähnen.
      Im selben Verlag gibt es auch von mir eine Publikation. Da sollte ich mich ja richtig schämen, dass so ein Verlag – wohl vor allem des „schnöden Mammons“ wegen – sich dieses Themas annimmt.
      Überhaupt stelle ich fest, dass es für jede pädagogische Torheit offensichtlich auch einen Verlag gibt. Ich kenne nur einen Verlag, der sich ganz bewusst weigert, Produkte der Zeitgeistpädagogik zu veröffentlichen.
      Interessant ist übrigens auch, dass ein Kriterium für interessierte BewerberInnen auf einen Redakteursjob ist, sich in den aktuellen Bildungsdiskussionen auzukennen. So etwas wie eine kritische Distanz scheint es in dieser Branche schon lange nicht mehr zu geben.

      • Nein, ich bin nicht erstaunt. Mein Misstrauen gegen das finanzielle, aber auch gegen das ideologische Schmarotzertum im Bereich Bildung, ist inzwischen groß genug, um Lüge von Wahrheit einigermaßen zu unterscheiden.
        Bei dem Verlag, der sich „weigert, Produkte der Zeitgeistpädagogik zu veröffentlichen“, denken wir vielleicht an denselben.
        Sollte meine Vermutung stimmen, ist dort ein wenige Tage alter Beitrag über das „Lesen durch Schreiben“ zu lesen, der (ebenso wie Sie es getan haben) auf die Vorgänge in Hamburg verweist.

        • @ stillmann

          Ja, Sie vermuten richtig. K. Pfeiffer gehört für mich zu den wenigen Aufrechten und Mutigen, die diesem „Bildungswahnsinn“ die Stirn bietet.

          • Da teile ich ganz Ihre Meinung.
            Kennen Sie bei dem Verlag auch die Glosse „Die Armen-Methode“? Humorvoller kann „Lesen durch Schreiben“ kaum demaskiert werden.

  4. @ stillmann
    Ja, die (Glosse) kenne ich. Ich bin über den Verlag gut informiert und beziehe auch den Newsletter.

  5. @ mehrnachdenken
    Die Glosse spricht Bände und bereitet Vergnügen. Ich habe sie gleich an einige Bekannte weitergereicht und positive Rückmeldungen erhalten.
    Herzlichen Dank für den Link!

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