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In Rheinland-Pfalz hat das Schuljahr begonnen – erstmals ohne Hauptschulen

MAINZ. Bildungsministerin Doris Ahnen meldet Vollzug: Rheinland-Pfalz ist vom dreigliedrigen zum zweigliedrigen Schulsystem gewechselt. Heute hat das neue Schuljahr auch für die neuen Erstklässler begonnen. Damit sind gut eine halbe Million Schüler ins neue Schuljahr in Rheinland-Pfalz gestartet. Aber eben nicht mehr an den Hauptschulen.

Reform erledigt: Doris Ahnen (SPD), Kultusministerin von Rheinland-Pfalz. Foto: Mathias Schindler / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Reform erledigt: Doris Ahnen (SPD), Kultusministerin von Rheinland-Pfalz. Foto: Mathias Schindler / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Zum Schulstart von mehr als einer halben Million Schülern sagte Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) in Mainz, nun sei eine fünfjährige Reform der weiterführenden Schulen abgeschlossen. 149 Gymnasien bilden die eine Säule, 186 Realschulen plus und 55 Integrierte Gesamtschulen (IGS) die andere Säule des Systems. Hinzu kommen mehr als 100 berufsbildende Schulen. Staatliche Hauptschulen gibt es nicht mehr.

Die ABC-Schützen haben ihre Einschulung in der Regel erst am heutigen Dienstag gefeiert. Ihre Zahl steigt trotz des demografischen Wandels überraschend um fast 900 auf etwa 33 600. Ahnen vermutete, dass mehr junge Familien als erwartet nach Rheinland-Pfalz gezogen waren. Würde sich diese Entwicklung auch in Zukunft zeigen, wäre das ausgesprochen positiv, betonte die langjährige Ministerin. Denn die Gesamtzahl aller Schüler sank um fast 9.500 auf rund 548.000.

Jeweils höchstens 24 Kinder pauken nun in den ersten, zweiten und dritten Klassen. Vom Schuljahr 2014/15 an soll diese Deckelung für eine bessere Unterrichtsqualität in allen vier Jahrgangsstufen der Grundschulen gelten. Ahnen sagte, das entspreche dem Einsatz von ungefähr 600 Lehrern zusätzlich. Insgesamt allerdings verringert sich die Zahl der Pädagogen wegen der weiter sinkenden Schülerzahlen.

Zum strukturellen Unterrichtsausfall im neuen Schuljahr lassen sich laut der Ministerin noch keine Angaben machen. 2012/2013 betrug die Quote 1,9 Prozent in den allgemeinbildenden und 6,2 Prozent in den berufsbildenden Schulen. Die neue Schulstatistik wird im November erwartet.

Die CDU-Opposition im Landtag forderte «klare Schwerpunkte im Bildungshaushalt» sowie finanzielle Anreize fürs Unterrichten von Fächern, bei denen es schwierig ist, genug Lehrer zu finden. So solle eine Unterrichtsversorgung von «100 Prozent + X» erreicht werden. Das schwarz-gelb regierte Nachbarland Hessen habe bereits 105 Prozent erlangt.

Die CDU pochte zudem darauf, den Vertreterlehrer-Pool von derzeit 300 sofort auf 1000 verbeamtete Pädagogen aufzustocken. Rot-Grün strebt dies schrittweise erst bis zum Ende der Legislaturperiode 2016 an – auch als Antwort auf die Kritik an den vielen zeitlich befristeten Verträgen für angestellte Vertretungslehrer.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisierte, dass bei den Realschulen plus die Pädagogen mit Hauptschul- und Realschullehrerausbildung unterschiedlich viel Geld verdienten. «Nahezu die Hälfte der Belegschaft wird bei identischer Tätigkeit unterbezahlt. Damit wird die Reform letztlich finanziert.» JENS ALBES, dpa

 

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