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Mecklenburg-Vorpommern plant Einstellungsoffensive für Lehrer

SCHWERIN. In Mecklenburg-Vorpommern scheiden in den kommenden Jahren viele Lehrer aus dem Schuldienst. Bildungsminister Brodkorb will dem Problem mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Er bietet Lehramtsabsolventen neue Einstiegsmöglichkeiten.

Mit einer zweiten Einstellungswelle für Referendare im Sommer will Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) Besetzungslücken an Schulen schneller schließen. Vom kommenden Schuljahr an sollen Hochschulabsolventen auch zum 1. August eingestellt werden. Sie sollen Plätze besetzen, die zum bislang einzigen Einstellungstermin Anfang Februar mangels Bewerbern nicht vergeben werden konnten. «Wir können es uns nicht leisten, junge Lehrer zu verlieren, die ihr Studium im Sommer beenden und dann nach einem Referendariat suchen», begründete Brodkorb in Schwerin die geplante Gesetzesänderung.

Im Februar 2013 seien 99 der 250 für Schulen in Mecklenburg- Vorpommern ausgeschriebenen 18-monatigen Referendarsstellen unbesetzt geblieben. Vor allem Grundschul- und Sonderschulpädagogen fehlten. Nach Berechnungen des Ministeriums steigt wegen der zunehmenden Zahl altersbedingt ausscheidender Pädagogen der Bedarf an jungen Lehrern in den kommenden Jahren beträchtlich auf bis zu 600 pro Jahr.

Laut Minister ist dieses zusätzliche Einstellungsdatum eine Anpassung an die zeitlich unterschiedlichen Studienabschlüsse nach Sommer- oder Wintersemester und eine Reaktion auf die Bedürfnisse der Schulen. Die Stellen im Sommer sollen möglichst zielgenau mit Schulort ausgeschrieben werden. «Durch die geänderte Ausschreibung können Schulen langfristig für ihren eigenen Nachwuchs sorgen und angehende Lehrerinnen und Lehrer selbst ausbilden», betonte Brodkorb. Lockmittel solle auch eine um etwa 200 Euro höhere Entlohnung für Referendare sein, die aus der Verbeamtung resultiert. Zur Überbrückung bis zum Referendariat könnten Lehramtsabsolventen aber auch als Vertretungslehrer beschäftigt werden.

Will im Wettbewerb um Junglehrer punkten - mit der Möglichkeit zur Verbeamtung: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Will im Wettbewerb um Junglehrer punkten – mit der Möglichkeit zur Verbeamtung: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Linksfraktion, Simone Oldenburg, bescheinigte Brodkorb, mit der neuen Regelung «das herrschende Wirrwarr in diesem Bereich etwas zu lichten». Doch warnte sie davor, «dass der Einsatz als Vertretungslehrkraft vor Beginn des Referendariats zur Regel» wird. Dies sei der falsche Weg, um die Unterrichtsversorgung wenigstens annähernd abzusichern. Das Land dürfe nicht wegen der höheren Kosten auf den Einsatz ausgebildeter Lehrkräfte verzichtet, mahnte Oldenburg.

Laut Brodkorb informiert der vom Ministerium neugestaltete Bildungsserver im Internet umfassend über den Lehrerberuf. Wer sich über die Einstellungs- und Beschäftigungsbedingungen im Schuldienst erkundigen wolle, könne dies auf der Seite www.bildung-mv.de tun. dpa

Ein Kommentar

  1. Hm, vielleicht ist das eine gute Möglichkeit, in die (alte) Heimat zurückzukehren?!?

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