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Arbeitgeber und Berufsschullehrer fordern Stärkung der Berufsschulen

STUTTGART. Die Sorgenliste der Berufsschullehrer ist lang: Sie sehen ihre Schulart etwa bei Lehrstellen und Unterrichtsstunden von der grün-roten Landesregierung benachteiligt. Nun bekommen sie Schützenhilfe von den Arbeitgebern.

Mehr Unterrichtsstunden an Berufsschulen und eine attraktivere duale Ausbildung: Arbeitgeber und Berufsschullehrer in Baden-Württemberg pochen gemeinsamen auf eine Stärkung der beruflichen Bildung im Land. Am Rande eines Bildungskongresses in Böblingen legten Arbeitgeber und der Berufsschullehrerverband (BLV) am Freitag einen entsprechenden Forderungskatalog vor. Darin schlagen sie unter anderem vor, freie Ressourcen im Bildungsbereich zur Stärkung der beruflichen Schulen zu nutzen. Demnach sollen unter anderem Berufsschulen in der Fläche erhalten werden.

Die Berufsschullehrer hatten bereits Anfang des Jahres Alarm geschlagen und der grün-roten Landesregierung vorgeworfen, ihre Schulart werde systematisch ausgehungert. Demnach werden zu wenig Stellen besetzt, so dass dem Verband zufolge zu viel Unterricht ausfällt.

«Starke berufliche Schulen und eine funktionierende duale Ausbildung leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsförderung vor allem im ländlichen Raum», betonte die BLV-Vorsitzende, Margarete Schaefer.

In der gemeinsamen Erklärung mit den Arbeitgebern heißt es: «Berufliche Schulen müssen personell in der gleichen Weise wie allgemeinbildende Schulen ausgestattet werden.» Dazu fordern Arbeitgeber und BLV etwa zusätzliche Unterrichtsstunden für Berufsschullehrer.

Der BLV hatte die Landesregierung erst kürzlich davor gewarnt, kleine und deshalb teure Klassen abzuschaffen. Ein Zusammenlegen mit Berufsschulklassen an anderen Orten berge Schwierigkeiten: Längere Schulwege als eine Stunde sowie hohe Fahrtkosten seien den Schülern nicht zuzumuten. Bereits jetzt breche ein Viertel aller Azubis während der drei bis vier Berufsschuljahre die Ausbildung ab.

Um gegenzusteuern, soll die duale Ausbildung nach dem Willen von Arbeitgebern und Berufsschullehrern künftig attraktiver gestaltet werden. Dazu fordern sie unter anderem, das duale System für leitungsstarke Schulabgänger durch Auslandsaufenthalte mit Sprachkursen reizvoller zu machen. Schwächere Jugendliche wollen sie beim Übergang von der Schule in den Beruf zudem mehr an die Hand nehmen – zum Beispiel durch feste Ansprechpartner.

«Die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung bleiben wichtige Ziele», erklärte der Geschäftsführer für Bildung der Arbeitgeber, Stefan Küpper. Die grün-rote Landesregierung wird von Opposition und Vertretern der Wirtschaft immer wieder kritisiert, weil sie in deren Augen eine Hochschulausbildung gegenüber einer betrieblichen bevorzugt. Antonia Lange/dpa

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