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«Bannig väl Spaß»: Plattdeutsch-Wettbewerb für Schüler geplant

SCHWERIN. In diesem Schuljahr sollen Jungen und Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern wieder um die Wette «Platt snacken». Im vorigen Jahr war der Plattdeutsch-Wettbewerb wegen der Insolvenz des Landesheimatverbandes ausgefallen. Jetzt springt das Land ein.

Das Logo des Wettbewerbs, Screenshot.

Das Logo des Wettbewerbs, Screenshot.

Nach der Insolvenz des Landesheimatverbandes übernimmt das Land die Trägerschaft über den Plattdeutsch-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche in diesem Schuljahr. Er findet in drei Etappen statt, wie die Landesbeauftragte für Niederdeutsch an den Schulen, Jane Sonnenberg, am Mittwoch berichtete. Zunächst gebe es lokale und dann regionale Veranstaltungen in den vier Schulamtsbereichen und am 15. März für die Besten die Landesveranstaltung in Schwerin. Anmeldeschluss für den 11. Wettbewerb unter dem Motto «Platt snacken – Dat makt ok banning väl Spaß» ist der 31. Oktober. Zuletzt gab es den Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfinden soll, im Jahr 2010.

Der Plattdeutsch-Vergleich ist nach Sonnenbergs Worten in vier Altersklassen von der Kita bis zum Gymnasium unterteilt und in die Kategorien Solisten und Gruppen gegliedert. Die Teilnehmer können Texte vorlesen oder Gedichte vortragen, Theater spielen, singen oder sich im freien Gespräch messen. Die Organisatorin rechnet wie in den Vorjahren mit rund 500 Teilnehmern.

Die Förderung des Niederdeutschen ist in der Landesverfassung und im Schulgesetz verankert. Sonnenberg zufolge bieten landesweit 121 der 569 Schulen Plattdeutsch-Unterricht oder Projekte in Plattdeutsch an. Das Niederdeutsche soll an den Schulen auch fächerübergreifend verwendet werden, außer im Deutschunterricht etwa in Musik, Sachkunde oder im Hauswirtschaftsunterricht. 86 Lehrer seien in den Jahren 2006 bis 2009 in Plattdeutsch ausgebildet worden.

Seit 2011 wird auch in 19 Kindertagesstätten im Land immer mal Platt gesprochen, nachdem Erzieherinnen den Sprachkurs «Niederdeutsch» abschlossen. Das Land stellt nach Ministeriumsangaben jährlich 50 000 Euro für die Plattdeutsch-Förderung in Kitas zur Verfügung. Wie Sonnenberg berichtete, verwenden Schüler, die Plattdeutsch lernen, die Sprache immer häufiger im Alltag. Vieles klinge in Platt einfach netter oder weniger derb als im Hochdeutschen, sagte die Grundschullehrerin.

Hier gibt es weitere Informationen zu dem Wettbewerb.

 

 

Ein Kommentar

  1. Selbst ein Norddeutscher und Fan meines Heimatdialektes denke ich doch, dass alle diese Bemühungen verlorene Liebesmüh sind. Wollte man Plattdeutsch als aktives Kommunikationsmittel der Menschen untereinander retten, müsste ein “plattdeutsches Sprachmilieu” geschaffen werden – am besten nicht nur neben, sondern anstelle des hochdeutschen. Und das ist unrealistisch. Warum soll man sich auf Platt abmühen, wo doch jeder Hochdeutsch kann. Die Aussage, dass Kinder immer mehr Platt im Alltag verwenden, die es mal gelernt haben, ist doch sehr vage. Vielleicht bewusst. Sprechen Sie miteinander plötzlich Platt oder geht es um ein Wort, eine Redensart, einen Spruch auf Platt, der hier und da mal eingestreut wird?! Das mache ich auch.

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