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Berliner Berufsschullehrer protestieren gegen Arbeitszeiterhöhung

BERLIN. Viele Berufsschullehrer sind gegen die Pläne des Senats, ihre Arbeitszeit neu zu regeln. Dagegen gingen am Donnerstag Hunderte Lehrer auf die Straße.

Mehrere hundert Lehrer von berufsbildenden Schulen haben am Donnerstag gegen eine Erhöhung ihrer Arbeitszeit protestiert. Wie Organisatoren und Polizei mitteilten, beteiligten sich zwischen 600 und 700 Lehrer an einem Protestmarsch von der Universität der Künste zum Architekturgebäude der Technischen Universität.

Der Protest richtete sich in erster Linie gegen die Pläne, die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) im April vorgestellt hatten. Diese sehen die Abschaffung eines Arbeitszeitkonten-Modells und die Rückkehr zur Altersermäßigung vor. Beim alten Modell hatten Lehrer die Möglichkeit, früher in den Ruhestand zu gehen. Ab August 2014 können sie ab bestimmten Altersgrenzen nur noch die Zahl ihrer Unterrichtsstunden reduzieren.

Dies hätte eine Arbeitszeiterhöhung von acht Tagen im Jahr zur Folge, sagte Udo Mertens von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die den Protest organisiert hat. Zwei Tage davon seien Präsenztage in den Ferien. Laut Mertens waren viele Lehrer empört darüber, dass die Pläne als Maßnahme «zur weiteren Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs» vorgestellt wurden. Viele erwägten nun, ihr freiwilliges Engagement in den Schulen zurückzufahren.

Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, sagte der dpa, dass es sich bei der neuen Regelung nur um eine «Teilkompensation» handele. Die Maßnahme koste aber immerhin 22 Millionen Euro. Die zusätzlichen Präsenztage am Ende der Ferien dienten zur Vorbereitung des neuen Schuljahres und beinhalteten somit Arbeit, die sowieso geleistet werden müsse. Viele Schulleiter hätten sich für eine solche Regelung ausgesprochen. Insgesamt gibt es rund 5000 Berufsschullehrer in Berlin. Weitere Proteste sind geplant.

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