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Eltern im Südwesten sammeln Unterschriften für das neunjährige Gymnasium

PFORZHEIM. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel will nicht mehr verhandeln.Eltern haben jetzt keine Unterstützung der Regierung mehr und sammeln Unterschriften, um die Zahl von neunjährigen Gymnasialzügen zu erweitern. In Pforzheim ist das Fass jetzt übergelaufen.

Eltern aus Pforzheim machen für einen Ausbau von G9-Gymnasien mobil. In einer Online-Petition «G9 jetzt» fordert die Initiative die Landesregierung auf, im Schuljahr 2014/15 für alle Fünftklässler, die ihr Abitur in neun Jahren machen möchten, genügend Plätze bereitzustellen. Bislang bieten landesweit nur 44 Gymnasien den neunjährigen Weg zum Abitur an.

Die Unterschriften sollen an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) übergeben werden; bislang sei man in zahlreichen Gesprächen mit der Landesregierung gegen «ideologische Wände» gelaufen, sagte einer der Initiatoren und zweifacher Vater, Uwe Bimmler. Die Petition bis zum Sonntag hatten nach vier Tagen schon 387 Menschen unterschrieben.

Hintergrund der Unterschriftensammlung ist die aus Elternsicht unakzeptable Situation am Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasium, das derzeit neun G-9-Züge in der Eingangsklasse hat. Denn 251 Mädchen und Jungen, beinahe 40 Prozent aller Gymnasialeinsteiger aus dem Stadtkreis Pforzheim, wurden in dieser Schule eingeschult.

Die Umfragewerte sinken und Schmiedel vergreift sich im Ton. (Foto: Ailura/Wikimedia CC BY-SA 3.0 AT)

Für Schmiedel ist das Thema erledigt. (Foto: Ailura/Wikimedia CC BY-SA 3.0 AT)

Dies führt nach Bimmlers Auskunft zu der Situation, dass das kleinste, auf nur drei Züge ausgelegte Pforzheimer Gymnasium zusätzliches Verwaltungs- und Lehrpersonal einstellen sowie Räume in einem ehemaligen Einkaufszentrum in der Pforzheimer Stadtmitte anmieten musste; hingegen bekamen die achtjährigen Gymnasien in Pforzheim ihre Klassen nicht voll. Ähnliche Anmeldezahlen wie in diesem Jahr seien im kommenden Schuljahr organisatorisch nicht mehr beherrschbar, sagte der Elternvertreter.

Die Aussichten der Eltern auf Gehör in der Koalition sind aber jüngst geschwunden. Denn auch der größte Befürworter einer Ausweitung des Schulversuchs, der SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel, lenkte kürzlich auf den Kurs ein, nicht mehr als 44 Modellschulen zuzulassen. Für diese Legislaturperiode sei dieses Thema erledigt, erklärte Schmiedel.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hatte die neunjährigen Gymnasien vor kurzem als «natürlichen Feind» der Gemeinschaftsschulen bezeichnet. Zum Konzept der letzteren gehört, dass auch genügend Kinder mit Gymnasialempfehlung diese Schulart besuchen. Die Grünen wollen mehr Geld in die achtjährigen Gymnasien stecken, anstelle wieder zur alten Struktur zurückzukehren. dpa

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