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GEW sagt für Sachsen-Anhalt wachsenden Lehrermangel voraus

MAGDEBURG. Aktuell seien wieder rund 200 junge Lehrerinnen und Lehrer in den Vorbereitungsdienst von Sachsen-Anhalt aufgenommen worden. „Diese Anzahl wird aber möglicherweise zum letzten Mal erreicht, wenn es nach Finanzminister Bullerjahn ginge“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Thomas Lippmann, mit Blick auf die vorliegenden Entwürfe der Haushaltspläne für 2014.

Während laut GEW seit 2012 – nach zähen Kämpfen um die Erhöhung von Studien- und Referendariatsplätzen für Lehrkräfte – jährlich 620 Stellen zu Verfügung standen, sollen diese im vorliegenden Haushaltsentwurf für 2014 um 200 Stellen reduziert werden. Durch die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf 16 Monate könnten derzeit jährlich fast 450 junge Lehrerinnen und Lehrer ihre Ausbildung der 2. Phase in Sachsen-Anhalt aufnehmen. Nach der Stellenkürzung wären es der Gewerkschaft zufolge ab dem kommenden Jahr jährlich nicht einmal mehr 300.

„Das ist eine absurd niedrige Zahl. Damit kann das Land nicht einmal ansatzweise seiner gesetzlichen Ausbildungsverpflichtung nachkommen, da die Ausbildungskapazität an den beiden Universitäten des Landes für die 1. Phase rund 600 Studienplätze pro Jahr beträgt. Von einer ausreichenden Vorsorge für die Sicherung des Lehrkräftenachwuchses im eigenen Land kann schon gar keine Rede sein“, so kritisierte Lippmann.

„Um den tatsächlichen Einstellungsbedarf zu erfassen, muss man in diesen Tagen nur einen Blick auf die mühsam vollzogene Stellenbesetzung und die schlechte Unterrichtsversorgung an den Schulen werfen“, sagte er mit Hinweis auf die Pressemeldungen aus dem Kultusministerium zum Schuljahresbeginn. Bei weiter steigenden Schülerzahlen müssten in den nächsten Jahren alle ausscheidenden Lehrkräfte durch Neueinstellungen ersetzt werden. Das seien zwischen 600 und 800 Lehrkräfte.

„Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst darf also nicht noch weiter gekürzt, sie muss im Gegenteil ausgeweitet und auch in weiteren Standorten in der Fläche des Landes aufgebaut werden. Denn schon jetzt ist das größte Problem des Lehrereinsatzes der Mangel in bestimmten Regionen. Wer dies nicht verstehen will, gefährdet vorsätzlich die Unterrichtsversorgung und damit die Qualität der schulischen Ausbildung“, sagte Lippmann.

Die GEW erwarte, dass die Abgeordneten bei den Haushaltsberatungen diese Pläne vom Tisch wischen und dauerhaft für eine ausreichende Ausbildung des Lehrkräftenachwuchses und eine bessere Verteilung in den Regionen des Landes sorgen.

Zum Bericht: „Kultusminister: Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt gesichert“

 

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