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Mecklenburg-Vorpommern gehen jetzt die Schulleiter aus

SCHWERIN. Weniger Stundenausfall und weniger Klagen – nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist der Schulstart in seinem Bundesland in diesem Jahr besser gelungen als in früheren Jahren. «Durch die Neueinstellungen konnten die Bedarfslücken weitgehend gedeckt werden», sagte der Minister fünf Wochen nach Schulbeginn. Und der Einsatz von 53 zusätzlichen Vertretungslehrern habe auch zur Verbesserung der Situation an den Schulen beigetragen. Allerdings: Es fehlen zunehmend Schulleiter im Land.

Die Klagen aus Schulen und von Eltern hätten sich in Grenzen gehalten. «Das ist schon mal ein gutes Zeichen», sagte Brodkorb. Laut Ministerium hatten Anfang August knapp 400 neue Lehrer an einer der 566 Schulen im Land ihren Dienst angetreten.

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW und der Landeselternrat konstatierten einen alles in allem reibungslosen Schulstart, «wenngleich es regional doch auch holperte», wie die Elternratsvorsitzende Martina Richter sagte. Kritik übte sie an den veränderten Regelungen zum Förderunterricht, der vielfach nur noch eingeschränkt erteilt werden könne. «Wie sich zeigt, sind Mittel- und Personalausstattung der Schulen doch noch nicht ausreichend.»

Dem pflichtete auch GEW-Landeschefin Annett Lindner bei, nach deren Angaben die Zahl der Förderstunden teilweise auf die Hälfte reduziert wurde. «Und auch die vielerorts fehlenden Schulleiter sind noch immer ein Problem. Aber der Minister muss sich nicht wundern, wenn sich gerade an kleinen Schulen keine Bewerber melden. Leitungsaufgaben kommen da einfach obendrauf und werden kaum bezahlt», beklagte Lindner.

Brodkorb räumte Probleme bei der Besetzung von Direktorenposten ein. Die Situation habe sich zugespitzt, weil im vorigen Schuljahr gleich 75 Schulleiter ausgeschieden seien. «Sonst sind es pro Jahr etwa 15», erläuterte der Minister. Dem Vorwurf, bei den Förderstunden gestrichen zu haben, widersprach er: «Es gab zwischen den Schulämtern unterschiedliche Fördersätze. Die wurden harmonisiert. Schließlich müssen wir alle Schüler im Land gleich behandeln», sagte Brodkorb. Das aber könne örtlich zu Unzufriedenheit führen, andere Schulen profitierten.

Anfang August waren landesweit 136.900 Schüler und 10.500 Lehrer ins neue Schuljahr gestartet. Brodkorb hatte betont, dass es sein erklärtes Ziel sei, die Zahl der ausgefallenen Schulstunden weiter zu senken. Im Vorjahr fehlte in etwa jeder zehnten Stunde der eingeplante Fachlehrer, 2,1 Prozent des Unterrichts fielen vollständig aus.

Zum Bericht: „Lehrer ohne Studium: Brodkorb will Seiteneinsteiger gewinnen – und erntet Kritik“

 

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