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Philologenverband wirft Ministerin Wende Falschaussage vor

KIEL. Der Philologenverband Schleswig-Holstein zeigt sich empört über Landesbildungsministerin Waltraud Wende (parteilos). Der Verband beschuldigt sie der „Falschaussage“. „Es ist an Dreistigkeit der Ministerin nicht zu überbieten, öffentlich zu behaupten, die Verbände – also auch der Philologenverband – hätten dem neuen Schulgesetz zugestimmt“, erklärt Landesvorsitzender Helmut Siegmon.

Löst Kontroverse aus: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Löst Kontroverse aus: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Die Aussage der Ministerin, die diese vergangenen Donnerstag in der Sendung des „Schleswig-Holstein-Magazins“ im NDR-Fernsehen getätigt haben soll, widerspreche sämtlichen klaren Stellungnahmen, deutlichen Pressemitteilungen und kritischen Positionierungen des Verbandes. „Wer auf diese Weise seine Politik vorantreiben möchte und wahrheitswidrig die Öffentlichkeit täuscht, setzt die ohnehin inzwischen sehr geringe Vertrauensbasis aller im Bildungsbereich Beteiligten aufs Spiel“, betont Siegmon weiter.

Darüber hinaus habe der Verband mehrfach davor gewarnt, die Teilnehmer der Bildungskonferenzen für politisch und ideologisch gewollte Beschlüsse zu instrumentalisieren. Mit dem Verweis der Ministerin auf das Ergebnis eines breiten Bildungsdialogs sieht sich der Philologenverband in seiner Skepsis bestätigt: „Voten der Mitglieder der Bildungskonferenzen, deren Einladungslisten in der Hand der Ministerin lag, als Legitimation für bildungspolitisches Handeln zu missbrauchen, ist ein klarer Regelverstoß“, erklärt Siegmon dazu.

Abschließend weist Siegmon zum wiederholten Male auf Folgendes hin: „Der Philologenverband lehnt die vorgelegte Fassung des geplanten Schulgesetzes mit seinen antipädagogischen Restriktionen immer noch entschieden ab. Es ist absehbar, dass Schleswig-Holstein die mit dem Schulgesetz ausgelösten notwendigen Lern- und Arbeitsbedingungen nicht bezahlen kann und auch deswegen die Bildungsergebnisse zum Schaden der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer in den `Bremer Keller´ gehen werden.“

Wende hatte vergangene Woche im Kieler Landtag betont, das Gesetz ermögliche die bestmögliche Förderung jedes Kindes, biete Chancengerechtigkeit und fördere den sozialen Zusammenhalt in Schleswig-Holstein. Außerdem lobte sie den Dialogprozess mit allen Beteiligten: «Das neue Gesetz hat viele Mütter und Väter und darüber freue ich mich sehr.»

Das Gesetz der Landesregierung aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband, das zum Schuljahr 2014/15 in Kraft treten soll, sieht ein zweigliedriges Schulsystem mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien als weiterführende Schulen vor. An den Gemeinschaftsschulen soll das Abitur nach neun Jahren (G 9) und an Gymnasien in der Regel nach acht Jahren (G 8) abgelegt werden können.

Die CDU kritisierte, dass nach dem Gesetz «definitiv weniger Schulstandorte» im Land übrig bleiben. Außerdem werde die pädagogische Freiheit der Schulen eingeschränkt. Mit Blick auf die Pläne, an Gemeinschaftsschulen neue Oberstufen einzurichten, hieß es: Die Ministerin gefährde berufliche Schulen und Gymnasien. News4teachers

Zum Bericht: „Neues Schulgesetz: Schleswig-Holsteinischen Regionalschulen droht die Schließung“

 

 

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