Wissenschaftler beurteilen inklusives Lernen in Brandenburg positiv

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POTSDAM. Behinderte und nichtbehinderte Kinder sollen so oft wie möglich in der selben Klasse unterrichtet werden. In Brandenburg klappe das meist schon gut, haben Wissenschaftler festgestellt.

Ein Forschungsteam der Universität Potsdam hat erste positive Ergebnisse zum gemeinsamen Unterricht von behinderten, leistungsschwachen und nichtbehinderten Kindern festgestellt. Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) und Nadine Spörer, Professorin für Psychologische Grundschuldpädagogik, präsentierten am Freitag in Potsdam die Untersuchung zum Pilotprojekt «Inklusive Grundschule». Stichproben in 72 Klassen der zweiten und dritten Stufe hätten ergeben, dass Schüler aller Leistungsniveaus von dem Modell profitierten.

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«Die Leistungsschere geht nicht weiter auseinander», sagte Münch. Trotzdem gebe es noch Verbesserungsbedarf, etwa bei der individuellen Förderung der Schüler.

Kultusministerin, Ärztin, Mutter von sieben Kindern: Martina Münch (SPD).
Kultusministerin, Ärztin, Mutter von sieben Kindern: Martina Münch (SPD).

«Besonders im Deutschunterricht wurden deutliche Erfolge erzielt, etwas geringer auch in Mathematik», sagte Münch. Vergleichswerte von Regelschulen ohne den integrativen Ansatz lagen allerdings nicht vorliegen. «Ziel ist aber nicht der Vergleich, sondern die pauschale Förderung aller Schüler», betonte die Ministerin. Langfristiges Ziel sei es, dass die Regelschulen jeden Schüler aus ihrem Einzugsgebiet aufnehmen und individuell unterstützen könnten – mit oder ohne Lernstörung und Behinderung.

Auch die Reaktionen der Schüler seien überwiegend positiv. «Kinder, die nicht so leistungsstark sind, fühlen sich genauso angenommen und integriert wie andere Schüler», sagte Bildungsexpertin Nadine Spörer.

Seit dem Start im vergangenen Schuljahr haben sich 84 Grundschulen mit rund 18 000 Schülern dem Pilotprojekt angeschlossen. Über drei Jahre wollen die Forscher der Universität Potsdam gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin und Brandenburg (LISUM) die Entwicklung an den Modellschulen untersuchen. Dazu beobachten die Wissenschaftler den Unterricht, befragen Lehrer, Eltern und Schüler und prüfen die Lernerfolge. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Das waren noch euphemistische Äußerungen einer Ministerin zu den selbst in Auftrag gegebenen Stichproben über den Erfolg der Inklusion, die jetzt wohl von der Gewalt der desaströsen Untersuchungsergebnisse in den IQB-, VERA- und den anderen Studium vom Gegenteil überholt wurde.
    Und dazu passt dann noch das fröhliche Strahlen der Ärztin und mehrfachen Mutter. Na , da musste man doch einfach alles glauben, was uns da an Euphemismus um die Ohren gehauen wurde. Eine richtige Vorzeigefrau, die alles verbindet, Beruf, Mutter und Inklusion.Einfach toll. Nur die Nachlese kommt zu ganz anderen Ergebnissen.

    • “Stichproben in 72 Klassen der zweiten und dritten Stufe hätten ergeben, dass Schüler aller Leistungsniveaus von dem Modell profitierten. […] Vergleichswerte von Regelschulen ohne den integrativen Ansatz lagen allerdings nicht vor. «Ziel ist aber nicht der Vergleich, sondern die pauschale Förderung aller Schüler», betonte die Ministerin.”

      Diese Sätze entlarven den ganzen Unsinn: Eine Stichprobe ist nicht repräsentativ, die für seriöse Forschung notwendige Kontrollgruppe fehlt und der ganze Aufwand macht nur Sinn, wenn er im Ergebnis besser ist als das bisherige Verfahren.

      Man hätte schon damals sagen können: Thema verfehlt, Setzen Sechs.

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