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Studie: Nur wenig Respekt für Lehrer in Deutschland

LONDON. Bei einer internationalen Studie zum Status von Lehrern landen die deutschen Kollegen auf dem 16. Platz von 21 Ländern.

Das Ansehen deutscher Lehrkräfte ist schlecht. Nur in Israel, Brasilien, Tschechien, Italien und Japan genießen Lehrer einen noch geringeren gesellschaftlichen Status als hierzulande. Im Vergleich mit 20 weiteren OECD-Ländern liegen Lehrer in Deutschland damit nur auf dem 16. Platz.

Lehrer tafelwischend

Deutsche Lehrer haben im internationalen Vergleich ein eher schlechtes Image. Foto: younma / Flickr (CC BY-SA 2.0)

So lautet ist das Ergebnis einer internationalen Vergleichsstudie der Universitäten Sussex und Malaga im Auftrag der gemeinnützigen Varkey GEMS Stiftung. Für die Erhebung wurden jeweils 1.000 Menschen in jedem Land befragt.

Spitzenreiter beim Ansehen sind die Lehrer in China. Deutlich besser bewertet als in Deutschland wurden die Lehrer außerdem in Griechenland, der Türkei, Südkorea und Neuseeland. Auch Länder wie Ägypten, die USA und Großbritannien finden sich noch vor der Bundesrepublik. Gegenüber dem chinesischen Referenzwert von 100 erreicht Deutschland einen Index von 21.6.

Verglichen mit anderen Berufen, liegt das Ansehen von Lehrern in Deutschland ungefähr auf dem von Sozialarbeitern. Weniger als fünf Prozent würden der Studie zufolge Lehrer mit Ärzten vergleichen. Lehrer an weiterführenden Schulen erreichen dabei bessere Werte, als Grundschullehrer.

Auch im Unterricht sieht es nach Meinung der Befragten schlecht aus. Über 40 Prozent glauben, dass Schüler ihre Lehrer nicht respektieren. Nur knapp ein Fünftel geht davon aus, dass Schüler ihre Lehrer achten. Nur 20 Prozent der Befragten würden ihren Kindern raten, selbst Lehrer zu werden.

Ist das Vertrauen in das deutsche Bildungssystem als Ganzes im internationalen Vergleich durchschnittlich ausgeprägt, sieht nur eine Minderheit Lehrer in der Lage, Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung zu vermitteln. Mit 6 von 10 Punkten liegen die Ergebnisse für Deutschland hier knapp 1,5 Punkte unter dem Durchschnitt aller Länder.

Ein Lichtblick zeigt sich in der Frage der Bezahlung. 40 Prozent der Befragten votierten für einen größeren Einfluss der Gewerkschaften und Lehrerverbände, für die Forscher ein Hinweis darauf, dass in der Gesellschaft der Wunsch bestehe, die Lehrerberuf weiter zu entwickeln und attraktiver zu machen. (news4teachers)

GlobalTeacherStatusIndex 2013 (engl.)

zum Bericht: Verband Niedersächsischer Lehrkräfte fordert zum Weltehrertag: Wertschätzung

5 Kommentare

  1. Was ist Ursache für den geringen Respekt? Sind die Lehrer nicht auch zu einem guten Teil selbst für ihren Ansehensverlust verantwortlich? Können sie wirklich so rein gar nichts gegen mangelnden Schülerrespekt und gegen den Leistungsverfall in den Kulturtechniken tun? Eltern haben immer weniger Lust auf Nachhilfe zu Hause oder auf bezahlte Nachhilfe, die u. a. nötig ist fürs spätere Berufsleben.

  2. Gegenseitiger Respekt wäre nötig!

    Respekt für Chinas Lehrer: In der Primarstufe liegt die durchschnittliche Klassengröße in China bei 38 Schüler/innen, in der Sekundarstufe I bei 52,9. Damit ist China in beiden Kategorien unangefochtener Spitzenreiter.

    Und vielleicht sollten wir uns ebenso fragen:

    Wie müsste ein Curriculum wirklich aussehen, das den Erfordernissen der Gegenwart gerecht wird und den Schülern trotzdem nicht die Freude am Lernen raubt?
    Welche Inhalte und Themen wären aktuell notwendig, um die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegenwartsprobleme erfassen, bewerten und vielleicht sogar zukünftig lösen zu können?
    Wie können wir unsere Schüler befähigen, zu mündigen Staatsbürgern heran zuwachsen, denen das Wohl der Gemeinschaft am Herzen liegt und die die positiven Errungenschaften unserer Kultur, wie Freiheit, Gleichheit und Demokratie zu schätzen wissen und die Respekt vor den Mitmenschen und unserer Umwelt entwickeln und die ein Gespür für Fragilität unserer Zukunft bekommen?

    • Um Himmels Willen kein solches Curriculum! Ist das noch Schule oder politische Moralanstalt? Es genügt vollauf, wenn die Schule sich mehr als bisher auf ihre Leisten besinnt und dadurch erfolgreicher arbeitet. Das sind die „Erfordernisse der Gegenwart“.
      Wer hat diese stramme Kurzfassung von „political correctness“ bloß zusammengestellt und möchte die Schule vollends zum Ort und die Lehrer zum Instrument von Indoktrination unter frommer Phraseologie machen?

  3. Dabei sind sie fachlich weltweit mit an der Spitze:
    siehe:
    „Teacher Education and Development Study in Mathematics“
    http://www.focus.de/schule/lehrerzimmer/schulpraxis/mathematikfaehigkeit-hauptschullehrer-liegen-weit-zurueck_aid_499147.html

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