Startseite ::: Aus den Verbänden ::: GEW kritisiert Aus für Weiterbildungsverbünde

GEW kritisiert Aus für Weiterbildungsverbünde

KIEL. Im SPD-Wahlprogramm sei noch von einer langfristigen Absicherung der „bundesweit einmaligen Weiterbildungsverbünde“ die Rede gewesen, nun wolle die SPD-geführte Landesregierung die Verbünde abwickeln. Wirtschafts-Staatssekretär Ralph-Müller Beck (SPD) habe über die Medien ihr endgültiges Aus verkündet, so berichtet die GEW Schleswig-Holstein. Rund 40 Beschäftigte müssten sich nun vermutlich eine neue Arbeit suchen. Seit 15 Jahren böten die Verbünde in ihren Beratungsstellen eine unabhängige, verbraucherorientierte und trägerübergreifende Weiterbildungsberatung an. Die Zahl der Beratungen habe zuletzt jährlich 12.000 betragen.

„Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Für unsere Gesellschaft ist es dabei von besonderer Bedeutung, dass sich gerade weniger qualifizierte Beschäftigte und andere Benachteiligte weiterqualifizieren. Die Beratungsstellen der Weiterbildungsverbünde haben diesen Betroffenen die notwendige Beratung angeboten. Deshalb wäre es ein schwerwiegender Fehler, die Verbünde platt zu machen, wie es die Landesregierung vorhat“, sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der GEW in Kiel. Er forderte die Landesregierung auf, die Weiterbildungsverbünde und ihre Beratungsstellen zu erhalten und in der Novellierung des Weiterbildungsgesetzes dauerhaft abzusichern.

Der GEW-Landesvorsitzende unterstrich seine Argumentation mit einem Hinweis auf ein Gutachten des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). Die Bildungsforscher hatten darin den Abbau der Verbünde als Schwächung der Weiterbildung in Schleswig-Holstein bezeichnet. Auch die aktuelle Vergleichsstudie der OECD zu den Kompetenzen Erwachsener (PIAAC) zog Matthias Heidn zur Begründung heran. Die Bildungsstudie belege wieder einmal, dass Deutschlands größte Schwäche die krasse Chancenungerechtigkeit sei. Wer keinen guten Schulabschluss habe, geringfügig beschäftigt oder arbeitslos sei, werde auch bei der Weiterbildung abgehängt.

Den Hinweis von Staatssekretär Müller-Beck auf eine veränderte EU-Finanzierung mochte Matthias Heidn nicht gelten lassen. „Für das Aus der Weiterbildungsverbünde trägt ganz allein die Landesregierung die Verantwortung, nicht die EU. Andere Beratungsstellen werden schließlich auch weiter gefördert.“

Zum Bericht: Auch beim PISA für Erwachsene ist Deutschland nur Mittelmaß

 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*