Anzeige


Startseite ::: Thema des Tages ::: NRW will Erinnerungskultur an Schulen systematisieren

NRW will Erinnerungskultur an Schulen systematisieren

DÜSSELDORF. Mit dem Konzept „Einnern für die Zukunft“ soll in Nordrhein-Westfalen künftig systematisch gefördert werden, was bislang von einzelnen, engagierten Lehrern getragen wurde. Gefördert werden sollen unter anderem Besuche von Gedenkstätten.

Die Landesregierung will sicherstellen, dass sich Schüler in Nordrhein-Westfalen auch künftig genügend an wichtige geschichtliche Ereignisse erinnern können. Das sei eine besondere Herausforderung, denn es gebe immer weniger Zeitzeugen, die etwa über den Nationalsozialismus berichten könnten, sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne).

Eingang zu einem sowjetischen Ehrenfriedhof

Auch Fahrten zu Gedenkstätten sollen künftig in NRW besser gefördert werden (sowjetischer Ehrenfriedhof auf dem Gelände der Gedenkstätte Stalag 326, Schloß Holte – Stukenbrock). Foto: Athde / Wikimedia Commons

Eine Stärkung der Erinnerungskultur an Schulen sei wichtig, um Demokratie zu lernen und zu leben. Löhrmann präsentierte ein Konzept mit dem Titel «Erinnern für die Zukunft». In Zusammenarbeit mit mehreren Einrichtungen sollen unter anderem Fahrten von Schulen zu Gedenkstätten auch über die Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens hinweg vermitteln und gefördert werden.

Bislang hätten vor allem einzelne engagierte Lehrer zum Beispiel durch Ausflüge die Erinnerungskultur gefördert. «Der Sinn ist nun, dass es systematisiert wird», sagte Löhrmann.

Beteiligt an dem Projekt sind unter anderem die Landeszentrale für politische Bildung, der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Auch ein landesweiter Gesprächskreis mit verschiedenen gesellschaftlichen Vertretern soll eingerichtet werden, um neue Impulse für die Erinnerungsarbeit zu geben. Die Schirmherrschaft für das Projekt übernimmt die ehemalige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher (92).

Das Konzept stellte Löhrmann mit Blick auf den 9. November vor, dem Jahrestag des Mauerfalls, der Novemberpogrome und der Ausrufung der Republik 1918. Löhrmann nannte auch den Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich im Sommer 2014 zum einhundertsten Mal jährt. (dpa)

Erinnern für die Zukunft (Schulministerium NRW)

zum Bericht: Deutsche Schulen sollen Aufklärung über den Holocaust vertiefen

zum Bericht: Pflichtbesuche von Schülern in NS-Gedenkstätten? Wende reagiert reserviert

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*