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Was Schüler können müssen – Beispielaufgaben aus dem Ländervergleich

BERLIN. Hätten Sie’s gewusst? Beim Ländervergleich mussten Schüler Aufgaben in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie lösen. Beispielaufgaben für die Sekundarstufe 1:

MATHEMATIK – Aufgabe «Zapfsäule»
Eine Tanksäule informiert die Kunden mit dem Aufkleber «Je Euro 73 Cent Steuern» über die Steuerbelastung beim Benzinpreis. Wieviel Steuern erhält der Staat, wenn diese Tanksäule einen Preis von 58,51 Euro anzeigt? ( ) 15,80 Euro ( ) 34,47 Euro ( ) 42,71 Euro ( ) 73,00 Euro ( ) 90,45 Euro
(richtige Antwort: 42,71 Euro)

MATHEMATIK – Aufgabe «Tankanzeige»
Der Tank des Autos von Herrn Müller fasst laut Hersteller maximal 55 Liter. Die Tankanzeige am Armaturenbrett zeigt an, dass der Tank nur noch zu einem Achtel gefüllt ist. Das Auto hat einen durchschnittlichen Benzinverbrauch von 7,5 Litern pro 100 Kilometer. Erreicht Herr Müller noch die nächste Tankstelle, die 60 Kilometer entfernt ist?
(richtige Antwort: ja – 4,5 l Benzin notwendig, 6,875 l im Tank)

Tankanzeige

Schafft es Herr Müller bis zur nächsten Tankstelle? – Nur eine der Aufgaben, die Neuntklässler beim Schulleistungsvergleich der Bundesländer zu lösen hatten. Foto: disegno / pixelio.de

PHYSIK – Aufgabe «Gewitter»
Florian erzählt seinem Freund Robin, wie man die Entfernung eines Gewitters berechnet: «Blitz und Donner entstehen gleichzeitig. Den Lichtblitz siehst Du sofort, der Schall braucht für jeden Kilometer etwa drei Sekunden Zeit. Du zählst einfach die Sekunden zwischen Blitz und Donner, teilst die Zahl durch drei und weißt dann, wie viele Kilometer das Gewitter weg ist.» «Das klingt sehr schlau», sagt Robin. «Aber was ist eigentlich mit dem Licht? Das braucht doch auch Zeit!»
(richtige Antwort: Die Geschwindigkeit des Lichts ist so hoch, das die benötigte Zeit vernachlässigt werden kann.)

PHYSIK – Aufgabe «Bergsteigen»
Auf der Erde nimmt mit zunehmender Höhe der Luftdruck ab. Bergsteiger aus Deutschland befinden sich am Mount Everest in einem Hochlager auf 6500 Metern Höhe. Um ihr Essen zuzubereiten, müssen sie Wasser zum Sieden bringen. Wie wird sich die Siedetemperatur im Hochlager im Vergleich zu Deutschland ändern? ( ) Die Siedetemperatur in Deutschland ist höher als im Hochlager. ( ) Die Siedetemperatur im Hochlager ist höher als in Deutschland. ( ) Die Siedetemperaturen sind gleich. ( ) Das kann man erst nach einer Messung entscheiden.
(richtige Antwort: Die Siedetemperatur in Deutschland ist höher als im Hochlager, weil bei steigendem Luftdruck auch die Temperatur steigt, bis ein Stoff siedet.)

BIOLOGIE – Aufgabe «Gänsehaut»
Bei der Entstehung der sogenannten Gänsehaut laufen mehrere Vorgänge hintereinander ab. Bringe sie in die richtige Reihenfolge! (1) Aufrichten der Haare (2) Zusammenziehen der Haarmuskeln (3) Einwirkung von kalter Luft (4) Sichtbare «Gänsehaut»
(richtige Antwort: 3, 2, 1, 4)

BIOLOGIE – Aufgabe «Wasserflöhe»
Christoph gibt 25°C warmes Teichwasser in eine flache Schale. Die Hälfte der Schale bedeckt er mit einem dunklen Karton aus Pappe. Über die Schale stellt er eine hell leuchtende Lampe. In die Schale gibt er zehn Wasserflöhe. Welcher Fragestellung will Christoph mit diesem Versuch nachgehen? ( ) Bevorzugen Wasserflöhe helle oder dunkle Stellen? ( ) Halten sich Wasserflöhe gern in der Nähe von Wasserpflanzen auf? ( ) Findet man Wasserflöhe meist in flachem Wasser? ( ) Bevorzugen Wasserflöhe warmes oder kaltes Wasser?
(richtige Antwort: Bevorzugen Wasserflöhe helle oder dunkle Stellen?)

CHEMIE – «Metalle»
Ein Stück Zink wiegt vor der Reaktion mit Sauerstoff 6,5 Gramm. Nach der Reaktion wiegt das Reaktionsprodukt ungefähr 8,0 Gramm. Erkläre die Massenzunahme!
(richtige Antwort: Aus Zink und Sauerstoff ist Zinkoxid entstanden. Weil ein zusätzlicher Stoff hinzugekommen ist, erhöht sich auch das Gewicht.)

CHEMIE – Aufgabe «sauberes Wasser»
Ein Händler wirbt für den Kauf von Wasserfiltern mit der Aussage «Leitungswasser enthält Schadstoffe. Diese kann man mit Hilfe eines Wasserfilters entfernen.» Die Verbraucherzentrale rät jedoch vom Kauf der Filter ab, weil sie überzeugt davon ist, dass der Filterverkäufer mit einer falschen Aussage wirbt. Welche Untersuchung müssen die Verbraucherschützer durchführen, um zu zeigen, dass die Aussage tatsächlich falsch ist? ( ) Schadstoffgehalt im Leitungswasser bestimmen ( ) Schadstoffgehalt im Grundwasser und im Leitungswasser bestimmen ( ) Schadstoffgehalt im gefilterten Leitungswasser bestimmen ( ) Schadstoffgehalt im Leitungswasser und im gefilterten Leitungswasser bestimmen
(richtige Antwort: Schadstoffgehalt im Leitungswasser und im gefilterten Leitungswasser bestimmen) (dpa)

Beispielaufgaben Mathematik

Beispielaufgaben Naturwissenschaften

4 Kommentare

  1. Mir gefällt der offensichtlich hohe Praxisbezug der Aufgaben. Wer mit „offenen Augen“ durch das Leben geht, kann sich dem einen oder anderen Ergebnis bereits mit seinem so genannten gesunden Menschenverstand nähern.
    Meine Schulzeit liegt schon recht lange zurück. Obwohl ich in meinem späteren Leben kaum noch etwas von dem Lernstoff aus der neunten Klasse brauchte, ist es mir nicht besonders schwer gefallen, z.B. die Aufgaben „Tankstelle“ oder „Gänsehaut“ zu lösen.
    Zahlreiche SchülerInnen haben wohl wegen des häufig langen Textes mit den Aufgaben Schwierigkeiten gehabt. Sie sind möglicherweise nicht an ihrer fachlichen Kompetenz gescheitert, sondern an der fehlenden Lesekompetenz. Ging es aber eigentlich nicht um eine mathematisch – naturwissenschaftliche Überprüfung?
    Wiederum wird in dieser Studie auf den angeblichen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen hingewiesen. Daher würde mich am Beispiel von Berlin interessieren, welche Schulform die getesteten SchülerInnen besuchen. Ist dort nicht schon in hohem Maße das „gemeinsame Lernen“ verwirklicht? Sollte es so sein, dürfte doch von unterschiedlichen Bildungschancen nicht mehr die Rede sein. Oder ist das bereits ein Hinweis darauf, dass „Gemeinschaftsschulen“ eben nicht das leisten, was sich die Befürworter von ihnen versprechen?

  2. Ich habe einige Beispielaufgaben gelesen – in diesen war es immer so, dass man keinerlei Fachkenntnisse braucht (die werden als „Fachinformation“ in der Aufgabe mitgeliefert, und zwar genau das, was in der Aufgabe dann auch verlangt wird). Die Aufgaben scheinen nur Textverständnis, logisches Denken und Umgang mit Graphiken zu testen. Ob die Getesteten in der Schule naturwissenschaftliche Inhalte gelernt haben, ist vermutlich unerheblich.

    • So sehe ich das auch.
      Ganz neu ist für mich auch das Ankreuzverfahren. Es geht doch aber nicht um eine Führerscheinprüfung. Selbst wenn ich keine Ahnung habe, kann ich per Zufall noch einige Aufgaben richtig lösen. So etwas gab es in meiner Schulzeit nicht. Damals mussten wir rechnen und formulieren. Es zählte sogar die Form!!
      Zu einer Textaufgabe gehörten sowohl der Frage- als auch der Antwortsatz. Wird darauf heutzutage verzichtet, weil die SchülerInnen damit noch mehr überfordert wären?

    • Schließe mich auch diesem Eindruck an: “ Die Aufgaben scheinen nur Textverständnis, logisches Denken und Umgang mit Graphiken zu testen.“
      Das hat zwar mit naturwissenschaftlichen Inhalten tatsächlich wenig zu tun, doch Textverständnis und logisches Denken sind für mich das A und O jeder Schulbildung.
      Dumm nur die Behauptung, diesmal seien naturwissenschaftliche Kenntnisse getestet worden. Das weckt falsche Vorstellungen.

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