Startseite ::: Nachrichten ::: Expertin: Unterbrechen beim Vorlesen erhöht die Aufmerksamkeit

Expertin: Unterbrechen beim Vorlesen erhöht die Aufmerksamkeit

MAINZ. Angesichts des bundesweiten Vorlesetages gibt Esther Dopheide von der Stiftung Lesen Tipps zum Vorlesen.

Kind hat sich eingekuschelt und lauscht, was ihm vorgelesen wird: Viele Eltern lesen die Geschichte nun in einem Rutsch durch. Besser sei es jedoch, sich öfter einmal selbst zu unterbrechen und dem Kind Zwischenfragen zu stellen. Das rät Esther Dopheide von der Stiftung Lesen. Das kann etwa die Aufforderung sein, zu raten, wie die Geschichte enden wird oder eine Detailfrage zu den Figuren. Dieses interaktive Vorlesen erhöhe nicht nur die Aufmerksamkeit beim Nachwuchs, sagte Dopheide anlässlich des heutigen 10. bundesweiten Vorlesetages. Eltern merkten so auch schnell, ob sie ihre Kinder mit einer Geschichte über- oder unterfordern.

Vorlesende Jugendliche

Auch wenn Kinder bereits zur Schule gehen und Lesen lernen, solle man das Vorlesen nicht einstellen. Foto: S. Hofschlaeger/ pixelio.de

Eine Altersgrenze, ab der Eltern ihren Kindern vorlesen sollten, gibt es nicht. «So früh wie möglich», rät Dopheide. Babys könnten etwa Fühlbücher «vorgelesen» werden. Dabei sind auf den Buchseiten Gegenstände befestigt, welche die Kleinen greifen können. Später sollte das Vorlesen ruhig auch beibehalten werden, wenn die Kinder schon in die Grundschule gehen. «Viele denken sich dann: ‚Die Kinder lernen ja nun selbst zu lesen‘ und stellen das Vorlesen ein», erzählt Dopheide. Doch selbst zu lesen, strenge die Kinder gerade am Anfang noch stark an. Gut sei es dann zum Beispiel, sich mit dem Kind gegenseitig im Wechsel eine Geschichte vorzulesen.

Auch eine gute Idee: zum Vorlesen öfter einmal ein E-Book zur Hand zu nehmen. Es ermöglicht es, den Kindern auch in Situationen vorzulesen, die sonst nicht dazu genutzt werden – etwa auf einer kurzen Busfahrt, erklärt Dopheide. Schließlich haben Eltern nicht immer ein Kinderbuch aus Papier dabei, weil es zu unhandlich und schwer ist. E-Book-Reader passten dagegen in jede Handtasche – und könnten so bei jeder Gelegenheit sofort herausgeholt werden. (dpa)

zum Bericht: Studie: Vorlesen ist gut für kindliche Entwicklung

zum Bericht: PISA-Sonderstudie: Mehr als zwei Jahre Fortschritt durchs Vorlesen

Ein Kommentar

  1. Wirklich bahnbrechende Erkenntnisse!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*