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Lehrerpreis: Sie wurden als Deutschlands beste Pädagogen ausgezeichnet

BERLIN. Die Gewinner der diesjährigen Auflage des bundesweiten Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ stehen fest. Insgesamt 16 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams aus neun Bundesländern wurden heute in Berlin für ihr herausragendes pädagogisches Engagement ausgezeichnet.

Das sind Deutschlands Lehrer des Jahres - und ein paar Honoratioren (wie Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann, untere Reihe, dritte von rechts). Foto: Deutscher Lehrerpreis

Das sind Deutschlands Lehrer des Jahres – und ein paar Honoratioren (wie Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann, untere Reihe, dritte von rechts). Foto: Deutscher Lehrerpreis

Die Ehrung wurde vorgenommen von Professor Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, und den Kultusministern der siegreichen Bundesländer. Fast 3.500 Schüler und Lehrkräfte hatten sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt, der seit 2009 jährlich von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband initiiert wird. In der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“, einer von zwei Wettbewerbskategorien, haben Schüler der diesjährigen Abschlussklassen besonders engagierte Lehrkräfte nominiert. Dabei gingen die meisten Preise in dieser Kategorie mit vier Auszeichnungen nach Nordrhein-Westfalen, gefolgt von den Freistaaten Bayern und Sachsen mit jeweils drei Ehrungen. Zweimal konnte die Jury engagierte Pädagogen aus Baden-Württemberg prämieren. Je ein Preisträger in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ kommt in diesem Jahr aus Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Herrmann unterstrich bei der Preisverleihung das herausragende pädagogische Engagement aller Preisträger: „An der Lehrerbildung hängt die Ausbildung unserer Kinder und damit die Zukunft unseres Landes. Der Lehrerberuf ist einer der verantwortungsvollsten und schwierigsten akademischen Berufe überhaupt. In diesem Sinne sind nicht nur eine fundierte fachwissenschaftliche und didaktische Lehrerbildung von höchster Wichtigkeit, sondern auch die Wertschätzung der Lehrerpersönlichkeit und deren Engagement. Die heutigen Preisträger haben auf beeindruckende Weise gezeigt, was Engagement im Lehrerberuf bedeutet.“

In der zweiten Kategorie des Wettbewerbs, „Lehrer: Unterricht innovativ“, hatten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland eine Vielzahl innovativer, fächerübergreifender Unterrichtsprojekte eingereicht. Den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten ersten Preis in dieser Kategorie erhielt ein dreiköpfiges Pädagogen-Team des Ludwig-Meyn-Gymnasiums im schleswig-holsteinischen Uetersen. Im Rahmen des Projekts „Klasse schreibt ein Lexikon“ konnten die beteiligten Schüler die komplexen Schritte einer Buchentstehung praktisch nachvollziehen und selbst umsetzen. Konkret haben die Zehntklässler mit ihren Lehrern das Konzept eines Lexikons über ihre Heimatstadt entwickelt, Inhalte dafür recherchiert, Texte verfasst und das Buch anschließend selbst vermarktet.

Der zweite Preis in dieser Kategorie ging an drei Pädagoginnen des Sonderpädagogischen Förderzentrums im bayerischen Neutraubling. Im Verlauf des Projekts verfassten und illustrierten sie mit Schülern der sechsten Klasse ein eigenes Kinderbuch gegen Mobbing. Das Buch wurde von den Schülern anschließend in Kindergärten, Grundschulen und in der Neutraublinger Bibliothek anderen Kindern vorgelesen. Die im Buch abgedruckten Illustrationen wurden zudem öffentlich präsentiert.

Ganz im Zeichen der jüngsten deutschen Geschichte stand das Projekt „Mit dem Rad Geschichte erfahren“, wofür zwei Lehrer des Max-Beckmann-Gymnasiums in Frankfurt am Main den mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis in der Kategorie „Lehrer: Unterricht innovativ“ erhielten. Auf einer Fahrradtour mit Schülern entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen zielte das Pilotprojekt auf eine direktere und alternative Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung im Unterricht.

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Philologenverbandes, betonte mit Blick auf die ausgezeichneten Unterrichtsprojekte den hohen Stellenwert von Team-Arbeit im heutigen Schulbetrieb: „Nachhaltiges Wissen bei Schülerinnen und Schülern wird vor allem dadurch gefördert, dass Sachverhalte und Unterrichtsgegenstände aus der Perspektive mehrere Fächer und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Fächerübergreifende Projekte von Lehrerteams leisten hierzu einen ganz wertvollen Beitrag.“

Über die Preisträger entscheidet eine hochrangig besetzte Jury. Dieser gehören unter anderem an: die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen, die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth, Kathrin Fussangel, Professorin für Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, Manfred Prenzel, Professor für Empirische Bildungsforschung und Gründungsdekan der TUM School of Education (TU München) sowie Jürgen Baumert, Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin und die Schülervertreter Yasemin Cec, Landesvorsitzende der „SchülerInnenkammer Hamburg“, und Tom Josten, Vorstandsmitglied der „LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen“.

Die Bewerbung für 2014 ist ab sofort möglich – und zwar hier.

 

 

2 Kommentare

  1. Ein Blick auf die Jury erläutert, was von dem Preis zu halten ist.

  2. 16 LuL und 6 Pädagogenteams mit herausragendem pädagogischen Engagement – es geht aufwärts.

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