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Studium oder Ausbildung – Was Abiturienten bedenken sollten

HAMBURG. Abiturienten sollten ihre Entscheidung für Studium oder Lehre nicht nur von der Statistik abhängig machen, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Wichtiger sei es den Weg zu finden der zur Branche und den eigenen Interessen passt.

Studium oder Lehre – vor dieser Frage stehen nicht wenige Abiturienten. Viele machen ihre Entscheidung vor allem von Statistiken abhängig, sagt Svenja Hofert, die als Karrierecoach in Hamburg arbeitet. Sie verglichen etwa die Arbeitslosenquote von Akademikern mit der von Erwerbsfähigen mit Berufsabschluss. Die Statistik spricht dabei in der Regel für ein Studium. Solche Zahlen zu kennen, sei auch wichtig. Letztendlich sollten Abiturienten ihre Entscheidung aber vor allem davon abhängig machen, was besser zu ihnen passt. «Wenn ich mit Theorie nichts anfangen kann, und eher handwerklich arbeiten will, bin ich an der Universität verkehrt.»

Fingerzeig aus dem Bild heraus

Studium oder Lehre? Eine Frage die nicht pauschal zu beantworten ist. Foto: Jorma Bork / pixelio.de

Auch hänge die Entscheidung nicht nur von den individuellen Stärken, sondern auch von der Branche ab. So bietet es sich nach Hoferts Ansicht im Handwerk fast immer an, zunächst eine Lehre zu machen. Wer etwa bei einem Möbelhersteller arbeiten will, habe dort unter Umständen mit einer Lehre als Tischler bessere Karten als Absolventen mit einem Bachelor in Möbeldesign. Pauschal lasse sich das aber schwer sagen: Sie empfiehlt jungen Menschen deshalb, sich vorab genau zu informieren, ob in ihrer Traumbranche ein Studium, eine Lehre oder eine Kombination von beidem am ehesten von Vorteil ist.

Doch selbst wenn in der Branche eine Ausbildung gefragter ist, sollten Jugendliche sich klarmachen, dass ein Studium im Schnitt etwas mehr Sicherheit bietet. So lag die Arbeitslosenquote von Akademikern 2012 bei 2,5 Prozent – bei Menschen mit Berufsabschluss betrug sie dagegen 5 Prozent. Darauf weist Prof. Joachim Möller vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hin.

Hinzu komme der im Schnitt deutlich höhere Verdienst von Akademikern. So verdienen 40-jährige, männliche Vollzeitbeschäftigte in Westdeutschland mit Hochschulabschluss nach Berechnungen des IAB rund doppelt so viel wie Absolventen einer Berufsausbildung im gleichen Alter. (dpa)

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