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Tuberkulose in Brandenburger Schule – 250 Menschen werden untersucht

FRANKFURT (ODER). Die Tuberkulose-Patienten aus Brandenburg werden in einem Spezialkrankenhaus behandelt. Die Behörden untersuchen nun, ob noch mehr Menschen mit dem Erreger Kontakt hatten.

Nach neun Tuberkulose-Erkrankungen in Brandenburg wollen die Gesundheitsbehörden eine weitere Ausbreitung verhindern. Im Landkreis Oder-Spree und in Frankfurt (Oder) sollen rund 250 Kontaktpersonen der Erkrankten untersucht werden.

Eine Lehrerin, die an einer Frankfurter Sportschule unterrichtet, und acht tschetschenische Asylbewerber in der Zentralen Erstaufnahmestelle des Landes in Eisenhüttenstadt sind mit Tuberkulose infiziert. Die Krankheit ist in Deutschland meldepflichtig.

Auch wenn Deutschland auf der Karte nicht markiert ist, auch hierzulande bleibt Tuberkulose ein Problem. (Foto: OMS-WHO/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Auch wenn Deutschland auf der Karte nicht markiert ist, auch hierzulande bleibt Tuberkulose ein Problem. (Foto: OMS-WHO/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

In Eisenhüttenstadt wurde bereits 136 Kontaktpersonen Blut abgenommen, sagte ein Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums. Wann erste Ergebnisse vorliegen, konnte er zunächst nicht sagen. Die Asylbewerber dort dürften vorerst nicht auf andere Unterkünfte verteilt werden. Alle Erkrankten, darunter fünf Kinder, werden bereits in Spezialkliniken behandelt.

Im Fall der betroffenen Lehrerin werden laut der zuständigen Amtsärztin derzeit rund 15 enge Kontaktpersonen befragt. Von kommender Woche an sollen 100 Schüler und Lehrer ihrer Schule Blutproben abgeben. Das kündigte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernates an. Es gebe bislang keinen Hinweis auf einen Zusammenhang der Krankheitsfälle.

Das sieht auch das Potsdamer Bildungsministerium so. Die Lehrerin für Biologie und Sport sei nicht für Unterrichtsstunden nach Eisenhüttenstadt abgeordnet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. In der Aufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt gibt es seit August 2013 eine kleine Schule, in der rund 70 Kinder unterrichtet werden. Acht Lehrer einer Grund- und einer Förderschule aus Eisenhüttenstadt unterrichten dort im Wechsel.

Zuletzt war im Juni in Prenzlau ein 14-jähriges Mädchen an einer offenen Lungentuberkulose (TBC) erkrankt. Laut Gesundheitsministerium in Potsdam gibt es keine Anzeichen für einen Anstieg der Fallzahlen. 2013 habe es inklusive der aktuellen Neuerkrankungen 84 Fälle gegeben, der Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag bei 90 Fällen. Die Krankheit sei besonders in Afrika oder Osteuropa verbreitet. Ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken, bestehe für geschwächte Personen wie zum Beispiel Obdachlose. Ein Testergebnis liegt laut Ministerium nach 48 Stunden vor.

Tuberkulose wird durch Bakterien ausgelöst. Bei der offenen Variante können Patienten sie mit Husten und Niesen auf andere Menschen übertragen. Auch in Deutschland bleibt die früher Schwindsucht genannte Krankheit ein ernstzunehmendes Problem. Sie lässt sich in der Regel aber mit Antibiotika heilen. dpa

Zum Bericht: Schon wieder: Ansteckende Tuberkulose an Schule – Lehrerin erkrankt

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