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Weniger Schüler – Auch in Brandenburg müssen Grundschulen geschlossen werden

POTSDAM. In den kommenden zwanzig Jahren wird es in Brandenburg immer weniger Schulkinder geben. Davon sind insbesondere die Grundschulen auf dem Land bedroht. Eine Kommission des Landtags will trotzdem das Prinzip «kurze Beine, kurze Wege» hochhalten.

Die Schulen in Brandenburg müssen sich bis zum Jahr 2030 auf einen teilweise drastischen Rückgang der Schülerzahlen einstellen. Um Schulschließungen möglichst zu vermeiden, sollen etwa 40 Grundschulen mit wenigen Schülern künftig weiter die Klassen eins bis vier anbieten können, die Klassen fünf und sechs sollen an einem zentralen Standort unterrichtet werden. Dies empfiehlt die Demografie-Kommission der Landesregierung in ihrem am Montag in Potsdam vorgestellten Bericht. Auch bei dieser sogenannten Filial-Lösung müssten bis zu 20 Grundschulen geschlossen werden.

«Damit ist das Prinzip „kurze Beine, kurze Wege“ am besten zu gewährleisten», sagte die Kommissions-Vorsitzende Ute Erdsiek-Rave. «Gleichzeitig ist der ab Klasse fünf notwendige Fachunterricht an einem zentralen Standort besser zu gewährleisten, als an einer kleinen Schule mit weniger Lehrern.»

«Diese Filial-Lösung ist eine Grundlage dafür, dass Kinder und Jugendliche auch in den ländlichen Regionen weiterhin den gleichen Zugang zur Bildung haben», sagte Ministerpräsident Dieter Woidke (SPD) bei der Übergabe des Berichts. Nach Prognosen soll sich die Zahl der Geburten von derzeit rund 19 000 jährlich bis 2030 auf rund 9900 nahezu halbieren. Die Zahl der Einschulungen werde ab 2017 um ein Drittel auf rund 12 700 Kinder zurückgehen. Die CDU im Landtag sprach sich in einem Sondervotum gegen die Schließung von Grundschulen aus. Alle Kleinen Grundschulen mit weniger als 90 Schülern sollten bestehen können. Eine Filialbildung dürfe nur auf freiwilliger Basis erfolgen, erklärte deren bildungspolitischer Sprecher Gordon Hoffmann. Die FDP forderte eine stärkere Einbindung der freien Schulen. dpa

 

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