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Deutscher Lehrerverband warnt vor Rückkehr zu G9

HAMBURG. Der Deutsche Lehrerverband Hamburg hat den schwelenden Streit um das «Turbo-Abi» an Gymnasien als gefährlich bezeichnet. Neue Auseinandersetzungen um die richtige Schulform müssten vermieden werden, der mögliche Schaden sei sonst irreparabel, teilte der Vorstand mit. Der Verband lehnt die von einer Volksinitiative «G9-Jetzt-HH» geforderte Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an Gymnasien ab. Es werde Ruhe gebraucht, die Arbeitskraft der Lehrer dürfen nicht mit einer erneuten Reform verschwendet werden.

«Wenn der neunjährige Weg zum Abitur gewünscht wird, ist dies bereits jetzt an den Stadtteilschulen und an den Beruflichen Gymnasien möglich», sagte der Vorsitzende Helge Pepperling. Die Volksinitiative möchte aber erreichen, dass nicht nur an den Stadtteilschulen das klassische Abitur abgelegt werden kann. G9 soll an Gymnasien neben G8 zusätzlich angeboten werden. Bislang müssen Gymnasiasten ihre Hochschulreife bereits nach acht Jahren nachweisen. Kritiker des vor elf Jahren in Hamburg eingeführten «Turbo-Abis» bemängeln, Bildung und Kindheit kämen dabei zu kurz.

Auch im Landesparlament sorgte das Thema kürzlich für Wirbel. Der für die CDU in der Bürgerschaft sitzende parteilose Abgeordnete Walter Scheuerl fiel als Schulausschussvorsitzender in Ungnade. SPD, Grünen und Linken verdächtigten ihn, eine Anhörung der Volksinitiative absichtlich zu verzögern. Damit wolle er ihr eine Fristverlängerung ermöglichen, damit diese beim Unterschriftensammeln für das mögliche Volksbegehren nicht in die Sommerferien gerät. dpa

Zum Bericht: Scholz unter Druck: Volksbegehren gegen G8 rückt näher

Ein Kommentar

  1. Man richt den Braten:
    „Wenn der neunjährige Weg zum Abitur gewünscht wird, ist dies bereits jetzt an den Stadtteilschulen und an den Beruflichen Gymnasien möglich“.
    Im Klartext: Werbung für Stadtteilschulen – und die G9-Konkurrenz durch Gymnasien möchte man gerne los werden.

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