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Streit um Islamunterricht: Alevitische Gemeinde stellt sich hinter Islamprofessor Khorchide

MÜNSTER. Die Alevitische Gemeinde Deutschland stellt sich im Streit um den Leiter des Zentrums für islamische Theologie (ZIT) an der Uni Münster hinter Mouhanad Khorchide. «Er muss im Amt bleiben, denn die Freiheit von Lehre und Forschung sollte in der Bundesrepublik Deutschland nicht verhandelbar sein», heißt es in einer Pressemitteilung. Die Alevitische Gemeinde positioniert sich damit gegen den Koordinationsrat der Muslime (KRM). Der hatte am Dienstag wegen der Lehren des Wissenschaftlers das Verhältnis zum Islamlehrstuhl-Inhaber Mouhanad Khorchide als «nachhaltig zerrüttet und irreparabel beschädigt» beschrieben und seinen Rücktritt gefordert.

Prof. Mouhanad Khorchide ist Botschafter des Wissenschaftsjahres 2013. "Die demografische Chance", das nun zu Ende geht. Foto: Wissenschaftsjahr

Prof. Mouhanad Khorchide ist Botschafter des Wissenschaftsjahres 2013. „Die demografische Chance“, das nun zu Ende geht. Foto: Wissenschaftsjahr

«Den Islamverbänden, die seit geraumer Zeit Prof. Dr. Khorchide in die Mangel genommen haben, geht es weniger um Religion, sondern vielmehr um Politik, genauer: um die Deutungshoheit des Islams in Deutschland», so die Alevitische Gemeinde. Die Verbände würden für sich in Anspruch nehmen, die Mehrheit der Muslime in Deutschland zu vertreten. Dieser Anspruch entbehre jeglicher Grundlage, heißt es weiter. dpa

Zum Artikel Zu liberal? Muslime fordern Absetzung des Islam-Theologen Khorchide

2 Kommentare

  1. Religion darf nicht auf Ethik reduziert werden, sagt Mouhanad Khorchide. Das sollte jedem Theologen ins Stammbuch geschrieben werden!

  2. Der Mann soll im Amt bleiben. Da es wie in der christlichen Theologie auch immer mehrere Möglichkeiten der Bibelauslegung gibt, müssen sich die Verbände wohl noch mit der Möglichkeit anfreunden, dass es so auch im Isalm ist.
    Dem Mönke-Khan wird von Wilhelm von Rubruk folgendes -in etwa sinngemäß- in den Mund gelegt:“So viele Finger ein Mensch an Händen hat, so viele Wege der Auslegung gibt es!“

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