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Greenpeace rät: Auf Makrele, Aal und Rotbarsch verzichten

HAMBURG. Mit Farben zeigt die Organisation Greenpeace in ihrem aktuellen Ratgeber, welcher Fisch nicht in den Einkaufskorb sollte. Das Fazit: Für Makrele, Aal und Rotbarsch gilt Rot, sie sind tabu. Die Fischindustrie kritisiert die Umweltschützer.

Auf Makrele, Aal und Rotbarsch sollten umweltbewusste Fischesser derzeit verzichten, Karpfen können sie unbedenklich genießen. So lauten die Empfehlungen im neuen Einkaufsratgeber der Umweltorganisation Greenpeace, den sie am Donnerstag in Hamburg veröffentlicht hat. «Viele Bestände sind überfischt und zahlreiche Fangmethoden verursachen massive Umweltschäden», sagte Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. «Wer sich jedoch genau informiert, findet noch eine Auswahl, die auf den Teller darf.» Einzelne ökologisch nachhaltige Fischereien gibt es zum Beispiel noch bei Hering, Thunfisch oder Kabeljau.

Die Makrele gehört, laut Greenpeace, zu den bedrohten Fischarten. (Foto: Jastrow/Wikimedia public domain)

Die Makrele gehört, laut Greenpeace, zu den bedrohten Fischarten. (Foto: Jastrow/Wikimedia public domain)

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Fischindustrie und des Fischgroßhandels, Matthias Keller, kritisierte die Urteile im Greenpeace-Ratgeber als «zu pauschal». Die Umweltorganisation müsse anscheinend übertreiben, um gehört zu werden, meinte er. Aktuelle Daten und Fakten seien zu wenig berücksichtigt worden. «Das ist eine falsche Unterstellung», entgegnete Greenpeace-Expertin Menn.

Die Organisation bewertet auf dem kleinen Faltblatt, das in jede Geldbörse passt, rund 110 gängige Speisefisch-Arten – aufgeteilt in etwa 550 Wildfischbestände und 112 Herkunftsländer von Aquakulturen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr seien nachhaltige Fischereien bei Kabeljau, Seelachs, Seeteufel, Schwarzem Heilbutt und Zander hinzugekommen.

Zwei Farben helfen den Verbrauchern schnell zu erkennen, ob die Ware aus nachhaltiger Fischerei stammt: Grün steht für «noch empfehlenswert», Rot für «nicht empfehlenswert». Greenpeace will erreichen, dass sich bedrohte Bestände erholen können, wenn Verbraucher seltener und bewusster Fisch essen. Auch wenn sich die Situation in den europäischen Meeren geringfügig verbessert habe, seien die Ozeane weltweit massiv überfischt, erklärte Menn.

Die Beurteilung von Greenpeace berücksichtigt bei Wildfischerei neben dem Zustand des Bestandes auch Faktoren wie Fangmethoden und Fischereimanagement. Bei Aquakulturen spielen etwa die Herkunft der Setzlinge und des Futters sowie die Einhaltung von Menschenrechten eine Rolle. Die Organisation veröffentlicht den Einkaufsratgeber seit 2008 jährlich in aktualisierter Fassung. Die Auflage liegt bei 100 000. Stephanie Lettgen/ dpa

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