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Lehrer händeringend gesucht: Brandenburg plant bundesweite Werbekampagne

POTSDAM. Brandenburgs Schulministerin Martina Münch (SPD) geht auf der Suche nach Lehrern ungewöhnliche Wege: Mit einer bundesweiten Werbekampagne sollen junge Pädagogen an die Schulen des Landes gelockt werden. Denn ungewöhnlich viele ältere Kollegen gehen in Pension.

Kultusministerin, Ärztin, Mutter von sieben Kindern: Martina Münch (SPD).

Kultusministerin, Ärztin, Mutter von sieben Kindern: Martina Münch (SPD).

 

Das brandenburgische Bildungsministerium plant eine bundesweite Anzeigenkampagne zur Anwerbung von Lehrern. «Für das kommende Jahr suchen wir die Rekordzahl von 900 bis 1000 Lehrern», sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Entsprechend der Alterspyramide gingen sehr viele ältere Lehrer in den Ruhestand und im Land gebe es nicht genügend geeigneten Nachwuchs. Zudem ist die Wochenstundenzahl der Lehrer an den Grund- und Oberschulen ab dem kommenden Schuljahr um eine Stunde reduziert worden. «Allein dafür brauchen wir rund 400 neue Kollegen», sagte Breiding.

Zum Eindämmen des Unterrichtsausfalls werden 100 weitere Lehrer eingesetzt; als Ersatz für Kollegen, die länger erkrankt sind. «Sie werden fest eingestellt und haben die Chance auf Verbeamtung, werden aber je nach Bedarf zunächst befristet an Schulen eingesetzt», erläuterte der Sprecher. Zurzeit ermittelt das Ministerium, für welche Fächer besonders dringend Pädagogen gesucht werden. Die Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden war im 2. Halbjahr 2012/2013 um ein Prozent auf rund 534.000 gestiegen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 509.000. «Diesem leicht steigenden Trend wollen wir entgegenwirken», sagte Breiding. In den vergangenen 20 Jahren waren jedes Schuljahr im Schnitt nur 200 bis 250 neue Lehrer eingestellt worden. «Das lag daran, dass wir noch sehr viele Kollegen aus DDR-Zeiten im Lehrkörper hatten, die nun die Pensionsgrenze erreichen», erläuterte der Ministeriumssprecher.

Die CDU begrüßt, dass die Bildungsministerin endlich ein Einsehen hat, dass das Land mehr Lehrer benötige. «Der Bedarf an Einstellungen war schon lange absehbar, aber die Untätigkeit der Landesregierung hat dazu geführt, dass jetzt der Bedarf nicht gedeckt werden kann», erklärte der bildungspolitische Sprecher, Gordon Hoffmann. Die Werbekampagne sehe auf dem Papier schön aus, ändere aber nichts an den schlechten Arbeitsbedingungen für Lehrer im Land. «Der Rekordkrankenstand und der damit verbundene Unterrichtsausfall sind eine echte Negativ-Werbung für das Land», betonte der CDU-Politiker.

«Anstatt in anderen Bundesländern Lehrkräfte abzuwerben, hätte die Landesregierung schon längst gemeinsam mit Schulen und Kommunen ein Konzept erarbeiten sollen, wie mehr junge Menschen für den Lehrerberuf begeistert werden können», kritisierte die Grüne Marie Luise vom Halem. dpa

Zum Bericht: Immer mehr kranke Lehrer – Brandenburgs Bildungsministerin ernennt „Gesundheitsmanager”

 

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