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Mecklenburg-Vorpommerns Linke fordert frühzeitige Hilfen für förderbedürftige Schüler

SCHWERIN. Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil von Schülern ohne regulären Abschluss. Die Zahlen gehen zwar zurück. Doch nach Ansicht der Linken lässt sich der Prozess beschleunigen.

 Zur Senkung der hohen Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss in Mecklenburg-Vorpommern hält die Linke frühzeitige und intensive Hilfe für förderbedürftige Schüler für unverzichtbar. «Es ist nicht damit getan, an Förderschulen ein zusätzliches zehntes Schuljahr draufzusatteln, in der Hoffnung, dass zum Schluss irgendwie noch ein Abschluss rauskommt. Die Hilfe muss früh ansetzen und auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sein», sagte die Bildungsexpertin der Linken, Simone Oldenburg. Sogenannte Vorlaufklassen, in denen der Lehrplan je nach Bedarf der Schüler gestreckt werden könne, müssten wieder zum Regelfall an Förderschulen werden.

Zugleich forderte Oldenburg für die Grundschulen im Land bessere Voraussetzungen, damit die Lehrer gezielt auf Lernhemmnisse reagieren und den Schülern helfen könnten, den Stoff zu erfassen. «Es gibt Kinder, die können nach vier Stunden nichts mehr aufnehmen. Denen hilft Förderunterricht am Nachmittag auch nicht», sagte die Landtagsabgeordnete. Deshalb sei flexiblerer Unterricht nötig. «Und von dem profitieren auch die Begabten, denen Zusatzaufgaben gegeben werden können. Doch dafür wären mehr Lehrer und vor allem eine zielgerichtete Fortbildung der Pädagogen nötig», betonte Oldenburg und forderte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zum Handeln auf.

Nach dessen Angaben hat sich seit 2008 die Zahl der Schulabgänger im Land ohne Abschluss um ein Drittel verringert. Mit 10,3 Prozent Schülern ohne Berufsreife weist Mecklenburg-Vorpommern aber noch immer die höchste Quote bundesweit auf. Nur 12 von 40 Förderschulen bieten für lernschwache Schüler bislang überhaupt Prüfungen zur Berufsreife an. Über ein freiwilliges zehntes Schuljahr will Brodkorb an weiteren Schulen die Möglichkeit dazu eröffnen. Der Modellversuch soll von 4 auf 20 Förderschulen ausgedehnt werden. dpa

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