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Philologenverband: Schulstatistik fällt aus – „Soll hier etwas verschleiert werden?“

HANNOVER. Überraschend und ohne Begründung habe das niedersächsische Kultusministerium die zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres übliche Erhebung der Unterrichtsversorgung und anderer schulstatistischer Daten per Erlass „ausgesetzt“, so teilt der Landesverband des Philologenverbands mit – und fragt sich (und andere): „Soll hier etwas verschleiert werden?“

Der Vorsitzende des niedersächsischen Philologenverbandes, Horst Audritz, zeigte sich höchst irritiert über diese bisher einmalige Maßnahme: „Wir fragen uns, ob da etwas verschleiert oder gar manipuliert werden soll.“ Anders sei dieser völlig ungewöhnliche Schritt kaum zu erklären. Mit dieser Aussetzung gebe das Kultusministerium Anlass zu Mutmaßungen, dass bestimmte Daten nicht so zu erwarten seien, wie das politisch gewünscht sei. Das könne etwa die Unterrichtsversorgung oder den Unterrichtsausfall betreffen. Hinter der Maßnahme könne auch die Absicht stehen, neue Erhebungsmethoden einzuführen, die eher zu erwünschten Ergebnissen führen.

Audritz unterstrich, dass regelmäßige statistische Erhebungen an Schulen unverzichtbar seien, da ohne sie eine verlässliche Planung etwa der Zahl der neu einzustellenden Lehrkräfte und ihre Zuweisung an die einzelnen Schulen nicht möglich seien. Auch sei die Existenz aktueller Schulstatistiken ein entscheidendes Kriterium für die Beurteilung der Situation des Schulwesens durch die Öffentlichkeit. Es sei daher ein Unding und gebe Anlass zu weiteren Mutmaßungen, dass die im August 2013 erhobenen Daten zur Unterrichtsversorgung der niedersächsischen Schulen bis heute nicht veröffentlicht worden seien.

Audritz forderte das Kultusministerium auf, die aktuellen Daten der Unterrichtsversorgung des laufenden Schuljahres umgehend zu veröffentlichen sowie die völlig einmalige Aussetzung der schulstatistischen Erhebung unverzüglich und wahrheitsgemäß zu begründen oder zurückzunehmen. Grundsätzlich fordere der Philologenverband, dass alle relevanten Schuldaten regelmäßig sachgerecht erhoben und zeitgerecht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssten.

 

Ein Kommentar

  1. Ich habe einen Verdacht:

    Können die “Übungsklausuren” zum länderübergreifenden Abitur im Fach Mathematik vom 13.12.2013 der Grund für den Ausfall der Schulstatistik sein?

    Diese wurden zeitgleich und mit gleichem Inhalt und Umfang in den sechs teilnehmenden Ländern “Niedersachsen, Bayern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen” geschrieben.

    Ein Blick nach Bayern zeigt, dass die Übungsklausuren dort landesweit schlechte Ergebnisse hatten.
    Man sollte auch in Niedersachsen (und den anderen teilnehmenden Ländern) nach den Ergebnissen der Mathematik-Übungsklausur fragen!

    Und gegebenenfalls die Ursachen analysieren und Konsequenzen für das Abitur im Mai 2014 ziehen!

    Ich bin gespannt, welche Lösung in Bayern gefunden werden kann, denn das Abitur findet nun in vier Monaten statt ……

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