Startseite ::: Nachrichten ::: Probeklausuren: Spaenle lenkt ein

Probeklausuren: Spaenle lenkt ein

MÜNCHEN. Bayerns Schüler sollen selbst wählen können, wie die Ergebnisse der Probeklausuren für das länderübergreifende Abitur gewertet werden sollen.

Im Streit um die Übungsklausuren für das erste länderübergreifende Abitur lässt Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) den Schülern nun freie Wahl: Die Schüler könnten selbst entscheiden, ob sie die Übungsklausur in Deutsch, Englisch und Mathematik als großen Leistungsnachweis, als kleinen Leistungsnachweis oder gar nicht werten lassen wollen, teilte das Ministerium mit. Diese Regelung sei gemeinsam mit den Vorsitzenden des Philologenverbandes und der Landes-Elternvereinigung getroffen worden.

Ludwig Spaenle

Bayerns Bildungsminister Spaenle lässt den Schülern jetzt freie Wahl wie die Probeklausuren gewertet werden sollen. Foto: Sigismund von Dobschütz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

«Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler durch die Ergebnisse der Übungsklausur mit länderübergreifenden Aufgaben nicht benachteiligen», betonte der Minister. Die Auswirkung der Übungsklausur auf das Abiturzeugnis sei ohnehin nur sehr gering, betonte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Die SPD-Landtagsfraktion hatte die schlechten Ergebnisse der Mathematik-Klausuren beklagt und gefordert, die Noten zu streichen. (dpa)

zum Bericht: Bayern – SPD fordert: Probeklausur-Noten streichen

Ein Kommentar

  1. Herr Dr. Spaenle hat wirklich eine Optimal-Lösung für das Problem der “Wertung der Übungsklausuren” gefunden!

    ABER ES GIBT NOCH EIN 2. GROSSES PROBLEM:

    “Ungerechte Zeitvorgabe im Mathematik-Abitur 2014” –

    Die Schüler werden im Abitur 2014 vom Kultusministerium
    mit einer Zeitverkürzung „bestraft“, wenn sie den Taschenrechner wählen!

    Das Kultusministerium schreibt:
    „Die Übungsklausur im Fach Mathematik hatte den gleichen Aufbau wie der neue Prüfungsteil in der Abiturprüfung; hinzu kamen gleiche Rahmenbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit und Hilfsmitteln.“

    Anmerkung:
    Die Arbeitszeit in der Übungsklausur betrug 90 Minuten –> der länderübergreifende Teil des Abiturs ist also auch auf 90 Minuten angelegt.

    Das Kultusministerium schreibt:
    „Sollten die Schüler das ländergemeinsame Prüfungsformat mit den gleichen Aufgaben, aber einem hilfsmittelfreien Prüfungsteil wählen, so erhalten sie wie länderübergreifend vorgesehen, einen Zeitzuschlag von einer halben Stunde.“

    Diese Behauptung des Kultusministeriums ist unwahr. Dies ist der Beweis:

    Variante A)
    Länderübergreifender Teil ohne Taschenrechner:
    Die Prüfung besteht aus 90 Minuten für den länderübergreifenden Teil und 180 Minuten für den anderen Teil.

    Varinate B)
    Länderübergreifender Teil mit Taschenrechner:
    Die Prüfung besteht aus 240 Minuten für beide Teile. Die Zeit kann sich der Prüfling selbst einteilen.

    –> In der Gesamtprüfungszeit der „Variante B“ ist der andere Abitur-Teil von 180 Minuten enthalten,
    es bleiben also definitiv nur 60 Minuten für den länderübergr. Teil (… der aber auf 90 Minuten angelegt ist!)
    –> die Schüler werden durch die Wahl des Taschenrechners mit einer Zeitverkürzung von 30 Minuten „bestraft“ und dadurch im Abitur extrem benachteiligt

    Das Kultusministerium schreibt:
    „Die Aufgaben sind selbstverständlich so konzipiert, dass sie …. auch ohne Hilfsmittel erfolgreich bearbeitet werden können“

    Fazit:
    Ein Taschenrechner ist zur Bearbeitung der Aufgaben nicht notwendig und beschleunigt die Lösung der Aufgaben zeitlich deshalb auch nicht
    – die Schüler werden also durch die verkürzte Prüfungszeit in Zeitnot geraten und wichtige Punkte verlieren, da sie mit der Bearbeitung der Aufgaben nicht fertig werden
    – durch die Wahl der Variante B (länderübergr. Teil mit Taschenrechner) ist also ein schlechteres Abiturergebnis vorprogrammiert

    Das Kultusministerium schreibt:
    „Die Übungsklausur in Mathematik diente damit nicht nur zur Vorbereitung, sondern auch zur frühzeitigen Einschätzung des Wahlangebots in der Abiturprüfung“.

    Die frühzeitige Einschätzung des Wahlangebots eines Schüler:
    – „Ich hätte die Übungsklausur – mit Taschenrechner – niemals in 60 Minuten schaffen können … das gilt dann auch für das Abitur!“

    Das Kultusministerium schreibt:
    „Wirklich neu ist, dass dieser Aufgabentyp, der aus mehreren kurzen, unabhängig voneinander zu bearbeitenden Aufgaben besteht, auch auf die Themengebiete Geometrie und Stochastik übertragen wird“

    Anmerkung:
    – Die Schüler wurden nicht in der gesamten Oberstufe auf diesen neuen Aufgabentyp vorbereitet, manche Schüler kennen ihn erst seit November 2013.

    Resümee:
    – Im Abitur werden die Schüler also durch die Vorgehensweise des Kultusministeriums – mit Taschenrechner die Bearbeitungszeit um 1/3 zu kürzen – schlechtere Ergebnisse erlangen können.
    – In der Prüfungsordnung ist aber der Einsatz eines Taschenrechners im gesamten Abitur garantiert. Die Schüler haben ein Recht darauf und sie haben auch ein Recht auf ausreichende Bearbeitungszeit.
    – Das Ministerium hat kein Recht diese Arbeitszeit zu kürzen, nur weil man die Bearbeitung mit Taschenrechner wählt!

    – Da die meisten Schüler nach dem Übungsklausur-Schock den Taschenrechner wählen wollen, denke ich, dass sie damit nicht gut fahren werden!
    – Die Lehrer empfehlen aber den Taschenrechner auch noch mit der Begründung: „Das schafft ihr sonst nicht!“
    – Wenn die Schüler es ohne Taschenrechner nicht schaffen und darauf im Unterricht nicht ausreichend vorbereitet wurden,
    und im Abitur auch noch auf einen neuartigen Aufgabentyp treffen,
    dann sollten sie aber im Abitur doch wenigstens nicht auch noch auf das große Hindernis einer ungerechten Zeitverkürzung treffen!

    Aufruf an alle Schüler und an alle Eltern minderjähriger Schüler:

    Wählt für den länderübergreifenden Teil weder Variante A), noch B), sondern schreibt die Variante C) auf den Wahlschein:

    Variante C) Länderübergreifender Teil und anderer Teil mit Taschenrechner:
    Die Prüfung besteht aus 90 Minuten für den länderübergr. Teil und 180 Minuten für den anderen Teil
    (Es gibt zwischen den beiden Abiturteilen eine Pause von 15 Minuten für alle Schüler)

    Die zweite Optimal-Lösung von Herrn Dr. Spaenle wäre ein faires Abitur 2014 – für alle Schüler!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*