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Sachsens Schülerrat fordert Politik vor Landtagswahlen zum Handeln auf

DRESDEN. Bei fast allen Schulleistungsvergleichen sind Sachsens Schüler ganz vorne mit dabei. Doch angesichts eines Altersdurchschnitts von 53 Jahren bei den Lehrern und drohenden Unterrichtsausfalls fordert der Landesschülerrat die Politik zum Handeln auf.

Vor den Landtagswahlen in diesem Sommer hat der sächsische Landesschülerrat (LSR) die Politik zu einem stärkeren Engagement in der Bildung aufgefordert. Vor allem der Generationswechsel bei den Lehrern müsse weiter vorangetrieben werden, forderte der LSR-Vorsitzende Patrick Tanzer in Dresden bei der Vorlage der bildungspolitischen Leitlinien des Schülerrates. Das Kapital des Landes seien nicht Rohstoffe, sondern das Wissen der jungen Menschen. Obwohl Sachsen in den Schulleistungsvergleichen sehr gut dastehe, gebe es Handlungsbedarf. Als Beispiel nannte er die Schulabbrecherquote von rund 10 Prozent.

In den Leitlinien hat der Landesschülerrat 15 Vorschläge für Verbesserungen im Bildungswesen aufgeführt. Kernforderung ist dabei eine ausreichende personelle Ausstattung der Schulen, um den Unterrichtsausfall wirksam zu bekämpfen. Dabei müssten vor allem junge und gut ausgebildete Lehrer an die Schulen geholt und vorhandene Lehrkräfte fortgebildet werden.

Im Kultusministerium zeigte man sich erfreut vom Engagement des im November neu gewählten LSR-Vorstandes. Die Probleme seien erkannt, sagte Sprecher Dirk Reelfs. «Der Generationswechsel in den Lehrerzimmern ist in vollem Gange und wird weiter forciert.»

Unterstützt wurden die Schüler von der bildungspolitischen Sprecherin der Linke im Landtag, Cornelia Falken. «Das gilt insbesondere für die Forderung nach einer energischen Bekämpfung des Unterrichtsausfalls und des Lehrermangels, nach einer Senkung der Schulabbrecherquote und einer flächendeckenden Schulsozialarbeit», sagte sie.

Der Bildungsexperte der FDP-Fraktion, Norbert Bläsner, äußerte Verständnis für die Forderungen der Schüler. Zugleich verwies er auf das Bildungspaket der schwarz-gelben Landesregierung. «Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber die Verdopplung der Studienanfänger in Sachsen, mehr Stellen für Referendare und allein über 1000 neu eingestellte Lehrer im Jahr 2013 sind entscheidende Weichenstellungen.»

Der Landesschülerrat forderte außerdem eine stärkere Förderung der Schulen im ländlichen Raum, gemeinsamen Unterricht für Behinderte und Nichtbehinderte und eine kostenlose Schülerbeförderung. Zur Finanzierung der Vorschläge sollten die erwarteten Steuermehreinnahmen herangezogen werden. Bei der Aufstellung des Haushaltes müsse die Bildung oberste Priorität haben. dpa

Die Leitlinien des Schülerrates finden Sie hier

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