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Schulqualität in Niedersachsen sehr unterschiedlich

HANNOVER. Ein durchwachsenes Fazit über die erste Runde der Schulinspektion zieht das Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung in Niedersachsen. Rund sieben Prozent der Schulen erfüllten nicht die Mindestanforderungen.

Die Qualität der niedersächsischen Schulen ist sehr unterschiedlich. Das geht aus dem am Freitag in Hannover veröffentlichten Abschlussbericht des Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) hervor. Demnach erfüllen zwar 93 Prozent der zwischen 2006 und 2012 kontrollierten Bildungseinrichtungen «die Mindestanforderungen an die Schulqualität», allerdings belegten die mehr als 3000 durchgeführten Inspektionen eine große Bandbreite von Qualitätsausprägungen. «Das zeigt, dass die weit überwiegende Zahl der Schulen in Niedersachsen ihre Aufgabe gut umsetzt», sagte NLQ-Präsident Wulf Homeier laut Mitteilung.

Grund zur Sorge machten den Inspekteuren aber rund sieben Prozent der Schulen, da den Schülern dort wegen «gravierende Mängel» kein optimales Bildungsangebot unterbreitet werde, hieß es weiter. Dies gilt für alle Schulen, die in 8 der geprüften 15 Qualitätskriterien die Mindestanforderungen nicht erfüllten. Diese Einrichtungen haben eineinhalb Jahre Zeit, um die festgestellten Schwächen zu beseitigen.

Doch es gebe auch Grund zur Freude: In 99 Prozent der Schulen herrscht nach Angaben von Eltern und Schüler ein respektvoller und freundlicher Umgang zwischen den Beteiligten und die Schüler fühlten sich sicher und wohl. Auch Schulleiter wurden positiv bewertet: 93 Prozent der Inspektionen bestätigen ihnen ein vorbildliches Verhalten für die Werte und Grundsätze der Schule.

Verbesserungspotenzial sehen die Inspektoren etwa in Hinblick auf die Selbstständigkeitsförderung und die Differenzierung der Schüler im Unterricht. In nur 55 Prozent der Unterrichtsbeobachtungen wurde selbstständiges Lernen von den Lehrkräften in hinreichender Qualität befördert. Außerdem berücksichtigte der Unterricht in mehr als der Hälfte der Schulen zu wenig die unterschiedliche Leistungsfähigkeit und das unterschiedliche Lerntempo von Schülern.

Ziel des Berichts war es, die Qualitätsentwicklung einer Schule aus der Außenperspektive zu betrachten und die Qualität in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Schülerleistungen standen nicht im Fokus. Um eine Vergleichbarkeit zu erzielen, wurden alle Schulen mindestens einmal an mehreren Tagen besucht. Überprüft wurden etwa das Handeln der Lehrkräfte im Unterricht, die Führungsverantwortung der Schulleitung sowie Ziele und Strategien der Qualitätssicherung.

(dpa)

Abschlussbericht der niedersächsischen Schulinspektion 20006-2012

2 Kommentare

  1. Hessische Lehrerverbände beklagten die “Oberflächlichkeit der Schulinspektionen” in Hessen. Wann hören wir dazu etwas von den Lehrerverbänden in Niedersachsen?

    http://www.news4teachers.de/2013/11/hessische-lehrerverbaende-gegen-schulinspektion-erschreckend-oberflaechlich/

  2. Michael Bliefert

    Wie man den die sogenannte Inklusion bei gleichzeitiger Kritik, dass die Schulen jetzt schon die unterschiedliche Leistungsfähigkeit und das unterschiedliche Lerntempo der Schüler zu wenig berücksichtigen, als sinnvoll verargumentieren will, ist mir ein Rätsel. Was erwartet man von einem Berufsgruppe, deren Mitglieder von hohen Politikern auch schon mal als “faule Säcke” bezeichnet werden? Dass sie sich jetzt auf die Produktion von Wundern verlegen? Natürlich nicht.
    Was man erwartet ist, dass die Bevölkerung am Ende glaubt, die Ergebnisse der Schulpolitik seien nicht auf politische Entscheidungen, sondern auf die schlechte Leistung einer überbezahlten Berufsgruppe zurückzuführen. Dann lassen sich Mehrarbeit und Leistungskürzungen für diese Berufsgruppe öffentlich viel besser argumentieren und durchsetzen!

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