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Thüringens Parteien debattieren über Homosexualität im Unterricht

ERFURT. Seit Wochen köchelt in Baden-Württemberg der Streit darum, wie stark das Thema Homosexualität im Unterricht behandelt werden soll. Thüringens Landtagsparteien äußern bei grundsätzlicher Einigkeit unterschiedliche Meinungen.

Die Debatte über Homosexualität als Teil der Sexualerziehung an Schulen hat Thüringen erreicht. Auf Antrag der Grünen diskutierte der Landtag den Umgang mit sexueller Vielfalt im Unterrichtsalltag und die Fortbildung von Lehrern. «Sexuelle Vielfalt ist Teil unserer Lebenswirklichkeit», sagte Bildungsstaatssekretär Thomas Deufel im Plenum. «In Thüringen bekennen wir uns dazu.»

Regenbogenfahne

Die Debatte im Thüringer Landtag verlief relativ unaufgeregt. Foto: Jonathunder / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

In Baden-Württemberg sorgt das Thema seit Wochen für Streit. Die dortige grün-rote Landesregierung will das Thema im Unterricht aufwerten. Dagegen regt sich Widerstand unter anderem bei den Kirchen.

«Zurückdrängen von Homophobie funktioniert nur, wenn man Angst und Unwissenheit zu dem Thema beseitigt», sagte der Linken-Abgeordnete Dirk Möller. Aus Sicht von Deufel bieten die Thüringer Lehrpläne einen guten Rahmen zum Umgang mit Unterschiedlichkeit. Auch die Pädagogen seien dafür sensibilisiert. Hingegen sah die Grünen-Abgeordnete Astrid Rothe-Beinlich Defizite. «Es reicht nicht, wenn es in Thüringen ein Lehrbuch gibt, in dem ein schwules Pärchen abgebildet ist.»

Der CDU-Abgeordnete Volker Emde mahnte mit Blick auf die Debatte in Baden-Württemberg zu einer besonnenen Diskussion. Verschiedenheit sei normal, was jedoch nicht von allen als normal angesehen werde. (dpa)

zum Bericht: Unterrichtsthema Homosexualität? Andere Länder sehen keinen Handlungsbedarf

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