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Schüler gegen Abbau von Lehrerstellen

STUTTGART/ULM. Die Sparpläne der baden-württembergischen Regierung gefährden die Unterrichtsversorgung findet die Landesschülervertretung. Schon jetzt zeige sich, das die Kalkulationen zu den zukünftigen Schülerzahlen nicht zuträfen. «Es wird riskiert, dass Schulen unterbesetzt sind», warnte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Christian Stärk. Das Kultusministerium wies die Kritik am Freitag in Stuttgart zurück. Grün-Rot will bis 2020 etwa 11 600 Lehrerstellen streichen.

Es würden genug Lehrer an den öffentlichen Schulen eingesetzt – die Zahl habe sich im Vergleich zum vergangenen Schuljahr sogar landesweit verbessert, hieß es aus dem Ministerium. Wegen des Rückgangs der Schülerzahl und der hohen Neuverschuldung müsse sich das Kultusministerium aber an den Einsparungen beteiligen.

leerer Klassenraum

Drohen in Baden-Württemberg in Zukunft leere Klassenzimmer? Foto: Silvmedia/Flickr (CC BY 2.0)

Stärk hält es für fragwürdig, schon jetzt zu sagen, 11 600 Lehrerstellen könne man streichen. Eine Kalkulation von Schülerzahlen über einen so langen Zeitraum seien unmöglich. Schon jetzt zeige sich, dass die Prognosen nicht zuträfen.

Die Grünen-Fraktion gab dem Ministerium Rückendeckung: «Baden-Württemberg hat im bundesweiten Vergleich die beste Lehrerversorgung.» Wenn sich die Schülerzahlen anders entwickeln sollten, werde noch einmal nachgerechnet. Auch das Kultusministerium erklärte, es werde jedes Jahr neu überprüft, wieviele Stellen gekürzt werden müssten.

Etwa 300 Schüler wollten noch bis diesen Samstag an einem Kongress des Beirats in Ulm teilnehmen. Die Schule müsse sich weiterentwickeln, fordert der 20 Jahre alte Stärk. Es gehe nicht nur um Inhalte, es sollten auch andere Kompetenzen vermittelt werden. Der Unterricht müsse modernisiert werden und es müsse mehr individuelle Förderung geben. Schulnoten und Pisa-Test bekommen nach seiner Ansicht zu viel Beachtung. Da würde oft alles andere, was Schule so leistet, in Vergessenheit geraten. «Dabei geht es doch um mehr als die Mitternachtsformel», sagte er.

Die Abschaffung der Wahlmöglichkeit «Gestaltende Interpretation» im Deutsch-Abitur ist für ihn ein negatives Beispiel. «Da hat sich einfach die alte Garde durchgesetzt. Und die pocht nur auf klassische Interpretation und Erörterung.»

In den kommenden beiden Wochen stehen die Wahlen zum Landesschülerbeirat an. Stärk wünscht sich eine hohe Wahlbeteiligung der Schülersprecher. «Je mehr, desto besser», betonte er. Nur so könne gewährleistet werden, dass die Schülermeinung wertgeschätzt und nicht vergessen werde.

Der Landesschülerbeirat vertritt die Interessen der Schüler im Südwesten vor dem Kultusministerium, der Öffentlichkeit und anderen bildungspolitischen Institutionen. Er wird alle zwei Jahre von den Schülersprechern gewählt. Insgesamt sitzen 26 Jugendliche im Beirat. (Sina Illi, dpa)

Zum Bericht: Kretschmann hält an Kürzung von 11.600 Lehrerstellen fest – noch

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