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SPD drängt auf neues Bundesprogramm zum Ausbau von Ganztagsschulen

MAINZ. Mit dem Ganztagsschulprogramm des Bundes wurden bis 2009 über 8000 Schulen gefördert. Die SPD im Bundestag und den Länderparlamenten fordert ein zweites Programm, damit jeder Schüler besser unterstützt werden kann.

Die SPD-Fraktionen im Bund und in den Ländern halten ein zweites Bundesprogramm zum Ausbau der Ganztagsschulen für nötig. «Wir brauchen dazu nochmal ein richtiges Impulsprogramm», sagte der Bildungsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, am Dienstag nach einem Treffen in Mainz. «Wir sehen, dass es den Bedarf schon gibt.» Die Vorteile von Ganztagsschulen liegen nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktionen im Bundestag und den Länderparlamenten vor allem in der individuellen Förderung.

Ein Ausbauprogramm des Bundes von 2003 bis 2009 umfasste vier Milliarden Euro. Die SPD konnte ein zweites Programm bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union nicht durchsetzen. Dabei ging es laut Rossmann um acht Milliarden Euro für 2013 bis 2017. Für ein zweites Programm könnten auch die geplanten sechs Milliarden Euro des Bundes für Bildung in den Ländern genutzt werden, sagte er. Das Ziel aller Länder sei ein möglichst flächendeckendes Angebot.

Die rheinland-pfälzische SPD-Abgeordnete Bettina Brück betonte, Ganztagsschulen sollten möglichst bundesweit wie in Rheinland-Pfalz gebührenfrei angeboten werden. Außerdem solle es eine Trennung von Vormittags- und Nachmittagsunterricht nicht mehr geben. Die CDU im Landtag warnte, eine Ausweitung des Pflichtunterrichts auf den ganzen Tag sei der Einstieg in eine «Zwangs-Ganztagsschule». «Das wird der Individualität der Kinder nicht gerecht», kritisierte die CDU-Abgeordnete Bettina Dickes.

In Deutschland wurden von 2003 bis 2009 nach Angaben des Bundesbildungsministeriums 8262 Ganztagsschulen mit Bundesmitteln gefördert. In Rheinland-Pfalz gibt es laut Bildungsministerium 100 «verpflichtende» Ganztagsschulen, bei denen alle Schüler das Ganztagsangebot wahrnehmen. Dazu kommen 600 «gebundene» Schulen, die auch Halbtagsschüler haben und bei denen die Ganztagsschüler das Angebot verpflichtend wahrnehmen. In 300 Schulen gebe es außerdem Ganztagsangebote. dpa

Zum Bericht: Aktionsrat Bildung fordert mehr Ganztagsschulen – aber echte

 

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