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Unterricht ausgefallen – Zeugnisse mit fehlenden Noten vergeben

POTSDAM. Mit Zeugnissen, auf denen Noten fehlen, sind Schüler aus dem brandenburgischen Luckenwalde in diesem Jahr in die Winterferien gegangen. Zu viel Unterricht war ausgefallen. Landesbildungsministerin Martina Münch spricht von einer «unerfreulichen Ausnahme».

Kein Unterricht - keine Noten. Auf den Zeugnissen klaffen Lücken. Foto: Thomas Klaiber / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Kein Unterricht – keine Noten. Auf den Zeugnissen klaffen Lücken. Foto: Thomas Klaiber / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Weil zu viel Unterricht ausfiel, haben Oberschüler aus Luckenwalde (Teltow-Fläming) auf ihrem Halbjahreszeugnis keine Noten in Englisch und Wirtschaft, Arbeit Technik (WAT) bekommen. Im Fach Englisch gingen insgesamt 100 Schüler ohne Noten nach Hause, in WAT 119. Das teilte Bildungsministerin Martina Münch am Mittwoch in der Fragestunde des Potsdamer Landtags mit. Auch am Gymnasium sei Englischunterricht ausgefallen, allerdings erhielten die Schüler dort Noten. In akuten Notsiuationen an Schulen sollen die Schulämter in Brandenburg das Bildungsministerium künftig schneller informieren. Das habe ihr Haus mit den Leitern der Ämter vereinbart, sagte Münch.

Die Situation sei durch eine «Verkettung negativer Umstände» entstanden. Die Schulleiter hätten sich um verschiedene Lösungen bemüht, die aber nicht funktionierten, erklärte die Ministerin. Unter anderem hätten die Schulen das zuständige Schulamt zu spät informiert. Die Probleme, die vor allem wegen erkrankter Lehrer entstanden waren, seien inzwischen gelöst. Es seien Lehrer neu eingestellt oder umgesetzt worden.

Die entstandenen Lücken im Schulstoff sollen nach Angaben eines Ministeriumssprechers im Laufe des zweiten Halbjahres wieder geschlossen werden. Erst einmal sei eine Bestandsaufnahme des verpassten Stoffes nötig.

«Die zugespitzte Situation in Luckenwalde ist unerfreulich, aber sie bildet eine Ausnahme», betonte die Ministerin. Nur in 0,6 Prozent aller Klassen im Land seien wegen Unterrichtsausfalls keine Noten erteilt worden. Das betreffe vor allem die Fächer Musik und Kunst.

Die Landesregierung versucht seit längerem, dem zunehmenden Vertretungsbedarf an Schulen entgegenzuwirken. Eine 2011 eingesetzte Arbeitsgruppe «Lehrkräftegesundheit» soll mit ihren Empfehlungen helfen, die Situation zu verbessern. Außerdem stellt das Land seit diesem Jahr zehn Millionen Euro bereit, um den Unterrichtsausfall zu vermeiden und das Personal zu entlasten. dpa

Zum Bericht: In NRW entbrennt ein Streit über Unterrichtsausfall – mehr Lehrer verlangt

 

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