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Hessen: Schulen wählten falsche Abi-Klausuren

WIESBADEN. Schock für die Mathe-Abiturienten an zwei hessischen Schulen:. An einem Gymnasium in Gelnhausen und einer Schule in Maintal wurde den Schülern ein Aufgabenvorschlag vorgelegt, der für den Einsatz grafikfähiger Taschenrechner ausgelegt war. Dieser war aber an beiden Schulen nicht erlaubt.

Probleme mit dem zentralen Mathe-Abitur sind nach Angaben des hessischen Kultusministeriums bislang nur an 2 von 255 Schulen bekanntgeworden. Den betroffenen Schülerinnen und Schüler entstehe kein Nachteil. Sie dürften die Klausur auf Wunsch am 2. April wiederholen.

Der zur Lösung der Aufgaben notwendige Taschenrechner war an beiden Schulen verboten. Foto: trindade.joao/Flickr (CC BY 2.0)

Der zur Lösung der Aufgaben notwendige Taschenrechner war an beiden Schulen verboten. Foto: trindade.joao/Flickr (CC BY 2.0)

Der Fehler war zwei Schulen im Main-Kinzig-Kreis passiert: Aus den zentralen Themenvorschlägen zum Thema Analysis stellten sie den Schülern Aufgaben, die auf grafikfähige Taschenrechner zugeschnitten waren. Diese waren aber an den Schulen nicht zugelassen. Mit anderen Rechnern war eine Lösung zwar möglich, dauerte aber erheblich länger.

Für das Zentralabitur in Mathematik würden Vorschläge für drei verschiedene Taschenrechner-Typen ausarbeitet, hieß es im Ministerium. Der Hinweis auf die notwendige Rechenhilfe sei deutlich in der Kopfzeile jeder einzelnen Aufgabenseite vermerkt.

Das Problem traf dieses Mal vor allem die Mathe-Leistungskurse des Grimmelshausen-Gymnasiums in Gelnhausen und der Albert-Einstein-Schule in Maintal. In den parallel geschriebenen Grundkursklausuren war es möglich, das richtige Ergebnis auch mit einfacheren Taschenrechnern zu erzielen. «Wir haben einen Fehler gemacht», sagte der Leiter der Schule in Gelnhausen, Friedrich Bell. Auf einer Versammlung am Donnerstag entschuldigte er sich bei seinen Schülern. Auch der Leiter der Maintaler Schule, Claus Wörn, stellte klar, der Fehler liege auf Seiten der Schule.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft(GEW) schiebt den Schwarzen Peter dem Land zu: «Diese Fehler beweisen auch immer wieder, dass das zentrale Abitur Nachteile hat», sagte der GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel. «Wäre die Prüfung wie früher von den Lehrern vorbereitet und das Kollegium auch von Anfang bis Ende einbezogen worden, wüssten alle, was auf die Schüler zukommt.»

Die Schulleiter entschuldigen sich bei ihren Schülern für den Fehler. Die Abiturienten müssen sich nun entscheiden, ob sie die Aufgabe milder bewertet haben wollen oder ob sie die Klausur wiederholen. Auch Schüler, die andere Aufgaben bearbeitet haben, sich aber durch den Vorfall gestört fühlen, dürfen wiederholen.

Beim Mathe-Abitur 2009 war dem Kultusministerium eine unlösbare Aufgabe durch alle Kontrollen geschlupft. Die damals frisch ins Amt gekommene Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) reagierte nach Bekanntwerden aber nur zögerlich. In diesem Jahr führt Kultusminister Ralph-Alexander Lorz (CDU) erstmals die Aufsicht über das Zentralabitur. (dpa)

Ein Kommentar

  1. „Schock für die Mathe-Abiturienten“…. Guten Morgen, liebe Redaktion, dieser „Schock“ liegt mittlerweile über ein halbes Jahr zurück („14. März 2014“), und die meisten Abiturienten haben mittlerweile ihr Studium bzw. ihre Ausbildung aufgenommen. Aktuelle Berichterstattung geht anders.

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