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In-Insekt Biene – Hobby-Imkerei bei Studenten en vogue

STUTTGART. Wer etwas auf sich hält, kümmert sich um einen eigenen Bienenstock. Gerade in Städten erfreut sich das Hobby-Imkern einer immer größeren Beliebtheit. Einen leichten Stand hat das Insekt aber nicht.

Auf der Suche nach der Königin hebt Peter Rosenkranz eine Wabe nach der anderen hoch. Sein geschulter Blick wandert über zig Bienen und verharrt plötzlich. «Da ist sie. Die mit dem langen Hinterleib.» Seit 32 Jahren ist Rosenkranz Imker und beschäftigt sich auch wissenschaftlich mit den kleinen Honigsammlern. Er leitet die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim in Stuttgart, der derzeit die Türen eingerannt werden.

Gerade bei Städtern erfreuen sich Bienen derzeit größter Beliebtheit. Foto: blumenbiene / flickr (CC BY 2.0)

Gerade bei Städtern erfreuen sich Bienen derzeit größter Beliebtheit. Foto: blumenbiene / flickr (CC BY 2.0)

Immer mehr Menschen melden sich für die praxisorientierten Kurse zur Bienenkunde an. «Das Angebot richtet sich an Imker und an interessierte Studenten», sagt Rosenkranz. Schon seit Jahren rangiere es im Uni-Ranking unter den drei beliebtesten Kursen. Die Nachfrage bei Studenten sei dreimal so hoch wie die Zahl der Seminarplätze. Es gibt lange Wartelisten. Das Kursangebot der Landesanstalt trifft den Nerv der Zeit: Bienen sind nicht nur in Hohenheim äußerst beliebt.

«Ich schätze, es gibt in Deutschland mittlerweile 100 000 Freizeit- und Nebenerwerbs-Imker», sagt Petra Friedrich vom Deutschen Imkerbund. Die Entwicklung zum Lifestyle-Hobby sei gerade in Städten zur Mode geworden. «Unsere seit 2008 steigenden Mitgliederzahlen belegen das. Durch das hohe Interesse an der Imkerei sind Kursangebote deutschlandweit schnell ausgebucht.» Auch sei das Durchschnittsalter der Imker von 61 auf 56 Jahre gesunken.

Wie lässt sich das große Interesse am kleinen Tier erklären? Zum Teil sei das den Medienberichten und Kampagnen über das Bienensterben zu verdanken, die in der Vergangenheit deutlich zunahmen. «Wieder aufkommende Naturverbundenheit spielt natürlich auch eine Rolle», meint Friedrich. Nach Studienergebnissen des Instituts für Demoskopie Allensbach gaben 2013 knapp 75 Prozent der Deutschen an, an Natur- und Umweltschutz interessiert zu sein.

So wie Daniel Pfauth. «Imkern macht Spaß und ist beruhigend. Ich tue mir was Gutes und der Natur gleich mit», sagt der Agrarbiologie-Student. «Wenn ich bei den Bienen bin, kann ich richtig gut abschalten. Das ist eine eigene Welt.» Das Bienenvolk fasziniere mit seiner detaillierten Organisationsstruktur, in der alle Aufgaben klar verteilt sind. Und die Deutschen mögen das von ihm produzierte klebrige Süß. 100 000 Tonnen Honig verzehren sie nach Angaben der Landesanstalt pro Jahr. Für ein Kilo davon muss eine Arbeiterin rund 80 000 Mal ausfliegen.

Zwei Milliarden Euro beträgt die geschätzte Wirtschaftsleistung der Bienen in Deutschland. Kein Wunder, dass Rosenkranz sie als drittwichtigstes Nutztier nach Schwein und Rind bezeichnet. Die fleißigen Insekten haben dabei nicht nur mit langen Flugstrecken zu kämpfen: Pestizid-Einsätze in der Landwirtschaft, die für Bienen tödliche Varroa-Milbe und genmanipulierte Pflanzen beeinträchtigen ihre Lebensbedingungen.

Daher setzen sich Forscher für eine Verbesserung der Bedingungen ein. Sie entwickeln neue Spritztechniken und untersuchen die Bekämpfung der Varroa. Gegen die Zulassung einer neuen Gen-Maissorte haben sich deutsche Imkerverbände erst kürzlich ausgesprochen, da eine Gefahr für alle Bestäuberinsekten nicht auszuschließen sei. «Die Verbraucher wollen die Zulassung nicht. Dazu kommt, dass der Honig dann auch gekennzeichnet werden müsste. Das gäbe ein Vermarktungsproblem», merkt Rosenkranz diesbezüglich an.

Bienensterben hat demnach viele Ursachen. «Man kann sagen, dass 10 bis 15 Prozent Verlust im Jahr durchaus als normal gelten. Die Abstände zwischen hohen Verlusten sind im Laufe der Zeit kürzer geworden», sagt Friedrich. Dennoch hat sich die Bienenpopulation nach Angaben der Landesanstalt für Bienenkunde weltweit wieder erholt. Die zahlreichen Hobby-Imker haben ihren Teil dazu beigetragen. (Katrin Kasper, dpa)

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