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Nach Niedersachsens Kehrtwende wackelt jetzt NRW – kippt G8 bundesweit?

DÜSSELDORF. NRW-Ministerpräsidentin Kraft macht offenbar Druck: Nachdem Niedersachsen die Rückkehr zu G9 zum Schuljahr 2015/16 angekündigt hat, stellt jetzt auch die nordrhein-westfälische Landesregierung die verkürzte Schulzeit zum Abitur noch einmal auf den Prüfstand.

Lässt G8 in Nordrhein-Westfalen prüfen: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (hier bei einer auswärtigen Kabinettssitzung im bergischen Hückeswagen). Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Foto: Georg Bortfeldt

Lässt G8 in Nordrhein-Westfalen prüfen: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (hier bei einer auswärtigen Kabinettssitzung im bergischen Hückeswagen). Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Foto: Georg Bortfeldt

Die Düsseldorfer Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) kündigte einen Runden Tisch zur verkürzten Schulzeit zum Abitur mit Vertretern aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an. NRW hatte 2005 die Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre verkürzt. Das neue System war immer wieder kritisiert worden. Vor Kurzem noch hatte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann ausgeschlossen, dass NRW wieder zu G9 zurückkehrt. Am Donnerstag hatte allerdings Niedersachsen angekündigt, es werde vom Schuljahr 2015/16 an zu G9 zurückkehren. Damit schafft Niedersachsen als erstes Bundesland das Turbo-Abi wieder ab.

Als einen „Sieg der schulpolitischen Vernunft und eine gute Nachricht für Schüler, Lehrer und Eltern des Gymnasiums in allen Ländern der Bundesrepublik“ würdigte Anja Nostadt, Sprecherin von bundesweit tätigen Initiativen für G9, Anja Nostadt, die Ankündigung Niedersachsens. Diese Reform müsse beispielhaft auch für die anderen Bundesländer werden, forderte sie. Niedersachsen habe sich, so Nostadt, mit dieser Entscheidung für G9 – neben Hessen, das seinen Gymnasien eine Wahlfreiheit zubilligt – an die Spitze einer „nicht mehr aufzuhaltenden bundesweiten Bewegung“ gesetzt.

Die Abkehr von G8 in Niedersachsen sei das Ergebnis eines breiten Umdenkungsprozesses „aufgrund der negativen praktischen Erfahrungen mit diesem misslungenen Schulexperiment“, erklärte Nostadt. Bedauerlich sei lediglich, dass Niedersachsen nicht schon zum Schuljahr 2014/2015 den Wechsel zu G9 umsetzen werde. Nostadt appellierte an die Kultusminister der Länder, die immer noch auf G8 beharrten oder nur zögerlich Veränderungen einleiten wollten, „ sich einen Ruck zu geben und den Irrweg G8 zu beenden“. Das “Bundesweite Bündnis für G9” werde weiter dafür kämpfen. Die Mängel von G8 seien inzwischen überall so offensichtlich, dass nicht nur die überwältigende Mehrheit der Eltern, Lehrer und Schüler die Wiedereinführung der neunjährigen Schulzeit fordere, sondern auch Ärzte, Psychotherapeuten sowie Vertreter der Hochschulen und maßgebende Wirtschaftsverbände, die zunehmend die mangelnde „menschliche Reife“ der G8-Abiturienten beklagten. Nostadt: „Bundesweit gibt es inzwischen kaum noch Fürsprecher für G8.“ News4teachers / mit Material der dpa

 

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