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Schavan von Doktortitel-Verlust noch immer im Innersten betroffen

STUTTGART. Auch noch etwas über ein Jahr nach ihrem Rücktritt als Bildungsministerin empfindet Annette Schavan den Verlust ihres Doktortitels als Schmach. Am 20. März verhandelt das Düsseldorfer Verwaltungsgericht über ihre Klage.

Die vor gut einem Jahr als Bundesbildungsministerin zurückgetretene Annette Schavan empfindet den Verlust ihres Doktortitels weiterhin als Schmach. Die CDU-Politikerin sagte der Zeitung «Sonntag Aktuell»: «Natürlich darf das Ganze nicht zu tiefen Raum in meinem Leben einnehmen. Ich muss das auf Distanz halten, aber an meiner Betroffenheit im Innersten hat sich nichts geändert.» Was geschehen sei, «schadet nicht nur mir, sondern auch der Wissenschaft», meinte Schavan. Nach CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war die CDU-Politikerin im Februar 2013 das zweite Kabinettsmitglied, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) durch eine Plagiats-Affäre verlor.

Annette Schavan trat nach der Aberkennung ihres Doktortitels vom Amt der Bundesbildungsministerin zurück

Annette Schavan trat nach der Aberkennung ihres Doktortitels vom Amt der Bundesbildungsministerin zurück. Foto: Sebastian Gerhard / Flickr

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf verhandelt am Donnerstag (20.3.) über die Klage Schavans gegen den Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf. Die Entscheidung sei in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen, und sie sei auch materiell rechtswidrig, hatten Schavans Anwälte argumentiert. Beweisanträge seien übergangen und kein externes Fachgutachten eingeholt worden.

Die engagierte Katholikin soll nun deutsche Botschafterin am Vatikan werden. Doch inzwischen wird sogar öffentlich diskutiert, ob Schavan für dieses Amt ausreichend qualifiziert ist. Der Personalrat des Auswärtigen Amts kritisiert die Berufung der Ex-Bildungsministerin: Schavan fehlten die Eingangsvoraussetzungen für den höheren Auswärtigen Dienst. Außer dem Doktortitel hatte Schavan keinen akademischen Abschluss erworben – damals war das noch möglich.

«Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung» lautet der Titel der Doktorarbeit, die Schavan das Prädikat «sehr gut» eintrug. Anonyme Plagiatsjäger läuteten mit der Webseite «Schavanplag» den Anfang vom Ende Schavans als Wissenschaftsministerin ein. Ihr seien Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, aber von einer vorsätzlichen Täuschung könne keine Rede sein, verteidigte sich die Politikerin. News4teachers mit Material der dpa (Frank Christiansen)

zum Bericht: Annette Schavan: Ein Leben für die Bildungspolitik – und den lieben Gott

zum Bericht: Gericht verhandelt im März über Schavans Doktortitel

Ein Kommentar

  1. „Was geschehen sei, «schadet nicht nur mir, sondern auch der Wissenschaft»“(Zitat Schavan).
    Nun, liebe Frau Schavan, für diesen zweifellos entstandenen Schaden können Sie niemand außer sich selbst verantwortlich machen.

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