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Brandenburg: Nicht alle Schulen sind optimal auf Amokläufe vorbereitet

POTSDAM. An einzelnen brandenburgischen Schulen fehlt es nach Ansicht von Innenminister Ralf Holschuher an geeigneten Maßnahmen zum Schutz vor Amokläufen.

In Brandenburg sind aus Sicht des Innenministeriums nicht alle Schulen optimal vor Amokläufen geschützt. Nach den tödlichen Taten von Erfurt und Winnenden hätten zwar viele Schulen ihre Sicherheitskonzepte verbessert. «Dennoch fehlen in einzelnen Schulen nach wie vor zum Beispiel Lautsprecheranlagen, geeignete Schließsysteme sowie Gebäude- und Raumkennzeichnungen nach einheitlichem Standard», antwortete Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage.

Nicht alle Schulen in Brandenburg haben geeignete Schutzmaßnahmen gegen Amokläufe verwriklicht. Foto: Jörg Klemme, Hamburg / pixelio.de (1)

Nicht alle Schulen in Brandenburg haben geeignete Schutzmaßnahmen gegen Amokläufe verwriklicht. Foto: Jörg Klemme, Hamburg / pixelio.de (1)

Demnach gibt es bereits seit 2009 an allen märkischen Schulen die Notfallpläne «Hinsehen – Handeln – Helfen». Diese enthalten Hinweise auf Hilfen, wenn Schulen mit Notfällen und Gewaltvorfällen konfrontiert sind.

Speziell geschult würden die Lehrer nicht, der Umgang mit Gewalttätern und Gewaltprävention stehe aber auf der Tagesordnung, hieß es. Für den Notfall haben alle märkischen Polizeidienststellen Grundrisspläne von Schulen in der Umgebung. Die Schulen selbst können seit 2013 für die Aufarbeitung von Amokläufen, Massenunfällen und tödlichen Schulunfällen spezielle Kriseninterventionsteams der Unfallkasse zur Hilfe rufen. (dpa)
zum Bericht: Lehrerverband: Nach Amoklauf hat sich wenig getan
zum Bericht: Gewalt-Forscherin: Einige Amokläufe in Deutschland wurden verhindert

Ein Kommentar

  1. „Speziell geschult würden Lehrer nicht“

    Technische, organisatorische und bauliche Maßnahmen tragen zur Sicherheit bei Amok-Alarm bei. Auch Achtsamkeit im Vorfeld, Programme zum sozialen Lernen und zur Intervention bei Gewalt sind im Sinne der Amokprävention erfolgreich (http://www.news4teachers.de/2014/03/gewalt-forscherin-einige-amoklaeufe-in-deutschland-wurden-verhindert/). Ausschließen lässt sich ein Amoklauf dennoch nicht mit Sicherheit.

    Daher ist es unterlässlich, dass Schulen, Schulverwaltungen und Schulträger sich mit dem Thema „Verhalten der Lehrkräfte bei Amokalarm in ihren Klassen“ befassen. In den Beratungen für Krisenteams und Workshops habe immer wieder erfahren, dass viele Punkte, die bei Amokalarm umgesetzt werden müssten, den Schulleitungen und Lehrkräften als Problem nicht bewusst sind. Insbesondere mangelt es oft an konzeptionellen Grundentscheidungen für zweckmäßiges Verhalten im Ernstfall.

    Ist Lehrern bekannt, dass sich ihre Rolle von der Lehrkraft zum Krisenmanagement ändert? Können sie den Grundsatz „kollektive Rettung hat Vorrang vor individueller Rettung“ akzeptieren? Sind sie auf sekundenschnelle Entscheidungen in Dilemmasituationen vorbereitet? Sind sie in der Lage, auf Panikverhalten in der Klasse zu reagieren?

    Diese Fragen sollen beispielhaft aufzeigen, wie komplex das Thema ist – und welche Konsequenzen sich für die Schulgemeinde (Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern…) aus professionellem Vorgehen oder dilettantischen Reaktionen ergeben.

    Auch wenn Amoktaten in Deutschland sehr seltene Ereignisse sind, macht es – auch im Hinblick auf Amokalarme, die erst nach Stunden als Fehlalarme klassifiziert werden – Sinn, Szenarien und Handlungsalternativen vorzudenken und sich auf einen Ernstfall vorzubereiten.

    Einige Hinweise hierzu im Video:
    http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/5254-amoklauf-und-was-jetzt-clip

    Heinz Kraft, Ennepetal

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