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Eine-Million-Euro-Preis für Physiker – Speicherplatz vertausendfacht

HELSINKI. Große Rechenzentren und soziale Netzwerke müssen Unmengen Daten speichern können, sonst würden sie nicht funktionieren. Der Physiker Stuart Parkin hat dazu beigetragen, dass genau das möglich ist. Dafür bekommt er jetzt eine Art Nobelpreis für Technologie.

Der in Deutschland forschende Physiker Stuart Parkin (58) erhält den mit einer Million Euro dotierten Millennium-Technologiepreis 2014. Das gab die Technikakademie Finnlands (TAF) am Mittwoch bekannt. Dank der Forschung des Briten sei die Speicherkapazität magnetischer Festplatten um ein Tausendfaches erhöht worden, heißt es in der Begründung. Das Speichern von enormen Datenmengen habe wiederum die Entwicklung von großen Rechenzentren, Cloud-Diensten und sozialen Netzwerken ermöglicht.

Der Millennium-Technologiepreis gilt als eine Art Nobelpreis für Technologie und ist sogar um etwa 100 000 Euro höher dotiert als dieser. Parkin ist unter anderem Direktor des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik in Halle (Sachsen-Anhalt).

Professor Parkin wird dafür geehrt, dass er das Leben aller Menschen verbessert hat. (Foto: Ghosttexter/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Professor Parkin wird dafür geehrt, dass er das Leben aller Menschen verbessert hat. (Foto: Ghosttexter/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

«Dass wir heute Filme übers Internet empfangen, soziale Medien nutzen und Internetrecherchen durchführen können, haben wir in der Cloud arbeitenden magnetischen Festplatten zu verdanken, auf denen all diese Informationen gespeichert sind», schreibt die Akademie in einer Pressemitteilung. Parkin sei unter anderem führend im Bereich der sogenannten Spintronik, die zur Datenspeicherung nicht die elektrische Ladung nutze, sondern den Drehsinn (Spin) der Elektronen. Ein Mitglied des Auswahlkomitees erklärte: «Prof. Parkins Leistungen haben einen wesentlichen Beitrag zur „Big Data“-Revolution geleistet und den Zugang zu Informationen erheblich verändert.»

Stuart Parkin sagte, er sei außerordentlich erfreut über den Preis: «Ich fühle mich sehr geehrt und bin stolz auf diese Auszeichnung, mit der die wissenschaftliche Gemeinschaft meine Arbeit und ihren Einfluss auf die Welt als Ganzes gewürdigt hat.» Parkin ist auch als Alexander von Humboldt-Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und als Gastprofessor an vier anderen Universitäten tätig.

Der Millennium-Technologiepreis wird am 7. Mai in der finnischen Hauptstadt Helsinki verliehen. Mit der Auszeichnung ehrt Finnland alle zwei Jahre Wissenschaftler, die das Wohl und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Sir Tim Berners-Lee, der Begründer des World Wide Web, und Shinya Yamanaka, ein Pionier der ethischen Stammzellenforschung. dpa

Mehr Informationen zum Preisträger bekommen Sie hier

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