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Experten: Immer mehr Kinder mit Sprachstörungen

ROSTOCK. Immer mehr Einzelkinder, die viel fernsehen und im Internet surfen. Genaue Zahlen gebe es nicht, aber Sachverständige gehen davon aus, das 40 Prozent der Grund- und Vorschüler in Mecklenburg-Vorpommern sprachheilpädagogische Hilfe benötigen. Und der Anteil werde in Zukunft noch steigen, so die Prognose.

Immer mehr Kinder in Mecklenburg-Vorpommern brauchen eine sprachheilpädagogische Unterstützung. Dies betrifft sowohl das Vorschul- als auch das Grundschulalter, sagte Beate Westphal vom Sprachheilpädagogischen Förderzentrum Rostock am Rande einer Fachtagung in der Hansestadt. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht. In anderen Bundesländern wird je nach Alter der Kinder und Einstufung der sprachlichen Auffälligkeiten von einem Anteil von bis zu 40 Prozent ausgegangen, hieß es vom Bundesverband.

Kinder mit Geschwistern müssen mehr sprechen – das schützt vor Sprachstörungen. Foto: vauvau / flickr (CC BY 2.0)

Kinder mit Geschwistern müssen mehr sprechen – das schützt vor Sprachstörungen. Foto: vauvau / flickr (CC BY 2.0)

Dabei sei es sehr positiv, dass diese Störungen bei guter Förderung vielfach gut zu therapieren seien. Unabhängig von der Art und Ursache der Sprachstörung brauchen viele Kinder für das erste Lernen einen Schonraum, den etwa Sprachheilschulen bieten können, sagte Westphal. Wie in anderen Schulbereichen seien in den vergangenen Jahren in den Sprachheilschulen aber die Gelder, auch für die wichtige Beratung der Eltern, deutlich gesunken. Die Experten gehen gleichzeitig davon aus, dass im Rahmen der Inklusion, also dem gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern, der Bedarf an Sprachheilpädagogen deutlich steigen werde.

Unklarheit bestehe über die Ursache der Zunahme von Sprachstörungen. Experten gehen zum einen von einem vermehrten Konsum von Fernsehen, Internet und Videos aus. Auch die immer häufigeren Ein-Kind-Familien führten dazu, dass die Kinder mangels Geschwistern weniger sprechen und damit im Sprechen auch weniger geübt sind. (dpa)
zum Bericht: Sprachstörungen bei Vorschulkindern alarmierend weit verbreitet
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