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Inklusion: Uni Hildesheim bietet berufsbegleitende Weiterbildung für Lehrer an

HILDESHEIM. Die Universität Hildesheim unterstützt Schulen auf dem Weg zur Inklusion und bildet Lehrkräfte aller Schulformen in einem zweijährigen berufsbegleitenden Studiengang „Inklusive Pädagogik“ fort. In Niedersachsen gibt es somit einen der ersten Weiterbildungsstudiengänge für Inklusive Pädagogik: Das zieht Lehrkräfte etwa aus Bayern, Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein an.

In zwei Jahren lernen sie an der Universität Hildesheim, wie sie mit der Vielfalt im Unterricht umgehen, im Team und mit Fachleuten zusammenarbeiten können. Die Lehrer setzen Studieninhalte schrittweise in den Schulalltag um und werden dabei begleitet, erklärt Erziehungswissenschaftlerin Britta Ostermann. „Die Begleitung wird sehr stark nachgefragt.“ Die meisten Studierenden finanzieren das Studium derzeit selbst, andere erhalten finanzielle Unterstützung über das Schulbudget. Darüber hinaus wurden Stiftungsgelder eingeworben, um Stipendien zu vergeben. „Die Qualität der Fortbildungen ist entscheidend für das Gelingen der Reform“, sagt Ostermann. Es gehe neben didaktischen Fragen um eine Haltungsänderung im Lehrerzimmer, die nicht in kurzfristigen Fortbildungen zu erzielen sei.

Etwa einmal im Monat, zwei Jahre lang, kommen die Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen – im Alter von 25 bis 60 Jahren – in Hildesheim zusammen. Zwischendurch stehen Beratungstermine und Unterrichtsbesuche an. Sie lernen, wie eine Schule zur inklusiven Schule wird: Von der Zusammenarbeit mit Eltern und Fachleuten bis zu Diagnostik und Umgang mit Konflikten. Unterrichtsbesuche und Lerntandems mit Lehrkräften aus der Schweiz und Italien gehören zum Studienprogramm. Manche Oberschulen bilden ein Vierer-Team fort, die Lehrer geben ihr Wissen an das Kollegium weiter und sollen als Multiplikatoren wirken. Einen anderen Weg gehen mehrere Oberschulen im Landkreis Hildesheim: Die Universität erfasst, wie sich die Bedingungen für inklusives Lernen an den Schulen verändern, und entwickelt darauf aufbauend eine passgenaue Weiterbildungsreihe über eineinhalb Jahre, etwa in Söhlde und Nordstemmen. Die gesamten Kollegien werden an der Uni in Hildesheim fortgebildet.

Auch der Bedarf nach einschlägig ausgebildetem Personal an Universitäten ist gestiegen, so existieren an vielen Hochschulen, die bisher Regelschullehrer ausbilden, keine Professuren für inklusive Pädagogik. Diese werden aber gebraucht, um die Lehramtsstudierenden auf die neuen Tätigkeiten vorzubereiten. Eine fächerübergreifende Arbeitsgruppe bestehend aus einer Professur für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Inklusion und wissenschaftlichen Mitarbeitern erarbeitet derzeit in Hildesheim, wo mit 2600 Studierenden ein Großteil der niedersächsischen Grund- Haupt- und Realschullehrer ausgebildet wird, Konzepte und Inhalte, um inklusive Pädagogik in der Lehrerausbildung zu verankern.

Auch die Fächer setzen sich mit „Inklusion“ in Forschung und Lehre auseinander: So lernen angehende Sportlehrer wie sie mit der Vielfalt im Unterricht umgehen können – bei einer Sportprofessorin, die selbst mehrere Jahre an einer Schule unterrichtet hat, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. nin

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