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Mini-Grundschule im Allgäu wird geschlossen – vorläufig

MÜNCHEN. Im kommenden Schuljahr hätten nur noch fünf Schüler die Grundschule in Unterjoch besucht. Daher wird sie nun vorläufig geschlossen. Bürgermeister und Landtags-Opposition protestieren vergeblich.

Die CSU hat die vorläufige Schließung der Mini-Grundschule in Unterjoch im Allgäu definitiv besiegelt – gegen die Stimmen der versammelten Opposition und gegen den Protest der Bürger. In einer Sitzung des Bildungsausschusses im Landtag wurde eine Petition eines Unterjocher Bürgers am Donnerstag mit der Mehrheit der CSU zurückgewiesen – in Anwesenheit des Bürgermeisters und vieler Familien aus dem kleinen Ort. Grund ist das Absinken der Schülerzahl auf nur noch fünf Schüler zum kommenden Schuljahr.

Bald ohne eigene Grundschule: Unterjoch im Allgäu. Foto: Franzfoto / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0)

Bald ohne eigene Grundschule: Unterjoch im Allgäu. Foto: Franzfoto / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0)

Bürgermeister Adalbert Martin warb in der Ausschusssitzung vergeblich für den Erhalt der kleinen Grundschul-Außenstelle. «Wir haben ja bloß einen Durchhänger. Wir hätten in zwei Jahren die Zahlen wieder – wir bräuchten bloß eine Übergangslösung», argumentierte Martin.

Gerhard Waschler (CSU) betonte, man habe sich mit der Situation in Unterjoch intensiv auseinandergesetzt. Die Staatsregierung habe aber eine landesweite Verantwortung – und für Unterjoch müsse man aktuell eine Lösung finden. Das Kultusministerium betonte, die Außenstelle der Grundschule könne «in Zukunft bei steigenden Schülerzahlen wieder ein Unterrichtsangebot für die Kinder des Gemeindeteils» machen.

Der Ausschuss-Vorsitzende Martin Güll (SPD) warf der CSU vor, sie habe überhaupt keine Lösung finden wollen. «Die Folge: Die sechs- und siebenjährigen Kinder werden in Zukunft morgens früh bei Nacht und Nebel, im Winter bei Schnee und Eis auf eine lange und beschwerliche Schulbus-Reise über eine kurvige Bergstraße ins Tal nach Bad Hindelang geschickt. Und das alles nur, weil die CSU sich hinter bürokratischem Klein-Klein versteckt», sagte der SPD-Politiker. Grünen-Fraktionschefin Margarate Bause betonte: «Pädagogische Konzepte kann man anpassen, aber nicht die langen Schulwege.» (dpa)

Ein Kommentar

  1. Ich würde die verantwortlichen Politiker jeden Morgen im Winter um 6 Uhr die Jochbergstrasss nach Hindelang fahren lassen, die Schule würde bestehen bleiben.

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