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Stuttgart wirbt in Italien gezielt um Erzieherinnen

STUTTGART. Rund 400 Fachkräften fehlen in Zukunft an den städtischen Kindergärten rechnet die Stadt Stuttgart. Grund genug, gezielt ausgebildete Erzieherinnen in Italien anzuwerben. Die ersten 20 haben bereits die Arbeit aufgenommen.

Um dem Fachkräftemangel in Kindergärten entgegenzuwirken, gehen die Stadt Stuttgart und der Internationale Bund (IB) neue Wege. 20 italienische Erzieherinnen sind nach Angaben des stellvertretenden Jugendamtsleiters der Landeshauptstadt, Heinrich Korn, schon für das Projekt gewonnen worden. Diese hätten nach ihrer Ankunft in Deutschland vier Monate einen Sprachkurs besucht und arbeiteten mittlerweile in Kindertagesstätten.

Schönes Land, schlechte Arbeitsbedingungen für Erziehrinnen: Italien (Portoferraio auf Elba). Foto: Magrathea / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Schönes Land, schlechte Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen: Italien (Portoferraio auf Elba). Foto: Magrathea / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

«In Stuttgart werden in Zukunft weiterhin neue Kindergärten entstehen. Wir rechnen daher ungefähr mit 400 fehlenden Fachkräften», sagte Horn weiter. Trotz aller Bemühungen, Anreize für Erzieherinnen zu schaffen, sei es bisher nicht gelungen, den Fachkräftemangel entscheidend abzumildern.

Warum sollten gerade Erzieherinnen aus Italien kommen wollen? «Die Leute arbeiten dort zum Teil 40, 50 Stunden in der Woche für monatlich 350 Euro und bekommen keine festen Verträge», berichtete Gerado Cardiello, der IB-Programmgeschäftsführer, den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag).

Der Bewerbungsprozess der italienischen Arbeitskräfte wird sowohl vom IB, einem Verein aus der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit, als auch von der Stadt Stuttgart begleitet. Auch nach der Ankunft der Erzieherinnen in Deutschland hilft der IB den Fachkräften. So kümmert er sich um Sprachkurse, hilft bei der Wohnungsvermittlung sowie bei Terminen bei Behörden.

Bei der Suche nach der passenden Kindergarten-Einrichtung für die ausländischen Fachkräfte spielen vor allem die Italienisch-Kenntnisse der zukünftigen Kollegen eine Rolle. «Aber auch konzeptionell muss es passen», sagt Korn. Er ist von der Zusammenarbeit begeistert: «Der IB bringt uns sehr gut ausgebildete Fachkräfte nach Stuttgart.» Die Stadt will die Kooperation eventuell längerfristig ausbauen. (dpa)

zum Bericht: GEW: „Deutliches Gehaltsplus für Erzieherinnen und Erzieher”

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