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Fast jeder dritte Schüler in NRW mit Förderbedarf besucht Regelschule

DÜSSELDORF. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung kommt in Nordrhein-Westfalen voran. In laufenden Schuljahr besuchen im Land bereits 30 Prozent der Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule. Lehrerverbände kritisieren jedoch eine mangelnde finanzielle Ausstattung der schulischen Inklusion.

Fast jeder dritte Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernt in Nordrhein-Westfalen mittlerweile an einer Regelschule. Damit ist der Inklusionsanteil innerhalb eines Jahres um rund 18 Prozent gestiegen, wie Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Freitag in Düsseldorf mitteilte.

«Inklusion ist an vielen Schulen in NRW bereits gelebte Praxis», sagte Löhrmann. Im laufenden Schuljahr gibt es mehr als 130 000 Schüler mit Förderbedarf, rund 40 000 von ihnen besuchen öffentliche oder private Regelschulen. Das sind 30,3 Prozent. Im vorigen Schuljahr waren es noch 25,3 Prozent. Ab dem 1. August erhalten Kinder mit Behinderungen in NRW schrittweise einen Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht mit nichtbehinderten Kindern in Regelschulen – zunächst in den Klassen eins und fünf.

Bis 2018 werde die Landesregierung rund eine Milliarde Euro für Lehrkräfte, Sonderpädagogen und Fortbildungsmaßnahmen investieren, um den gemeinsamen Unterricht weiter zu fördern, sagte Löhrmann. Dazu gehörten 3200 Lehrerstellen, die das Land für den Ausbau des gemeinsamen Lernens zur Verfügung stelle. «Das wird nicht ausreichen», bemängelte hingegen Udo Beckmann, der Vorsitzende des Lehrerverbandes VBE: Wenn Inklusion gelingen solle, werde die Landesregierung besonders im personellen Bereich noch nachlegen müssen.

Der hohe Inklusionsanteil von 30,3 % täusche darüber hinweg, dass weder Schulen noch Lehrkräfte die Hilfen an die Hand bekämen, die sie brauchen, so Beckmann: „Inklusion wird eingeführt, aber die benötigten Ressourcen hinken hinterher. Eine hohe Qualität kann nicht ohne die ausreichenden Rahmenbedingungen erreicht und erhalten werden. „Die guten Inklusionszahlen entlasten die Landesregierung nicht, den Schulen endlich die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen“, fordert der VBE-Chef. News4teachers / mit Material der dpa

Zum Bericht: Inklusion: Lehrer schlagen Alarm – „Kinder mit Verhaltensstörungen in Regelschulen kaum zu betreuen“

Ein Kommentar

  1. „Die guten Inklusionszahlen entlasten die Landesregierung nicht, den Schulen endlich die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen“
    Glaubt denn wirklich einer, dass die notwendigen, aber viel zu teuren Ressourcen jemals bereitgestellt werden (können)? Die Inklusion ist ein haarsträubender Irrweg, der mit Moral und falschem Mitgefühl durchgedrückt wurde und dadurch viele Anhänger hat, besonders in der unbedarften Öffentlichkeit.
    Die Regelschulen sind überfordert und werden keinem Kind mehr gerecht, derweil die Förderschulen verschwinden, so dass die Entwicklung unumkehrbar wird.
    Warum nur haben die Lehrer nicht geschlossen und lautstark gegen die Inklusion Stellung bezogen? Warum haben zu viele klein beigegeben und sich keine Blöße geben wollen im moralisch aufgeheizten Werbefeldzug für die Inklusion?
    Der Ruf nach besseren Rahmenbedingungen, dem die Politiker vermutlich immer nur zustimmen, aber nicht nachkommen, wird sich in wenigen Jahren legen und der Ernüchterung Platz machen. Mal sehen, wie viele lebensfremde Idealisten es dann noch gibt.

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